Mobilkran Norm ISO 4306: Begriffe und Definitionen

DIN ISO 4306-2:2012 (MOD) – Terminologie für Mobilkrane: Die Norm GB/T 26474-2011 definiert die Fachbegriffe für fahrbare Krane. Sie legt die Begriffe und Definitionen für Autokrane, All-Terrain-Krane, geländegängige Mobilkrane und Raupenkrane fest und bildet die einheitliche terminologische Grundlage für Konstruktion, Fertigung und Einsatz dieser Maschinen.


Anwendungsbereich und Einordnung der Norm

Die Norm gilt für fünf Hauptkategorien mobiler Krane: Autokrane (auf LKW-Fahrgestell, Straßenfahrt ≥ 70 km/h), All-Terrain-Krane (spezielles Geländefahrgestell mit hoher Straßengeschwindigkeit und Geländegängigkeit), geländegängige Mobilkrane (bereiftes Spezialfahrgestell für den Einsatz abseits befestigter Wege), Raupenkrane (Raupenfahrwerk, lastverfahrbar, geringe Bodenpressung) sowie Teleskoplader mit verfahrbarem Teleskopausleger und Gabelzinken. Die Norm schafft eine einheitliche technische Terminologie für sämtliche Mobilkrantypen. Die Kelude Schwerindustrie fertigt strikt nach dieser Norm.


Begriffe für Ausleger und Lastaufnahmemittel

DIN ISO 4306-2 – Terminologie für Mobilkrane – Norminterpretation

Die Auslegerterminologie umfasst: Grundausleger (kürzeste Ausführung bei vollständig eingefahrenem Ausleger, höchste Festigkeit), vollständig ausgefahrener Ausleger (maximale Länge, größte Hubhöhe bei minimaler Tragfähigkeit), Hauptausleger (tragender Ausleger auf der Drehbühne), Hilfsausleger (am Kopf des Hauptauslegers montierter Zusatzausleger), Teleskopausleger (mehrteiliger Kastenquerschnitt mit Hydraulikzylindern oder Seilzügen) sowie Gitterausleger (geschweißte Fachwerkkonstruktion aus Profilstahl oder Rohren, segmentweise montierbar). Bei den Lastaufnahmemitteln werden definiert: Haken (geschmiedeter Einfacher Haken oder Lamellenhaken mit Hakensicherung), Ringöse, Hebemagnet, Greifer und Container-Spreader.

Typklassifizierung
5 Kategorien
Auslegerbauart
Teleskop-/Gitterausleger
Sicherheitseinrichtung
7 Vorrichtungen
Stabilitätsbeiwert
≥ 1,25/1,33
Leistungsparameter
6 Kernwerte
Stützbeinausführung
H-/X-Bauart

Sicherheitseinrichtungen und Leistungsparameter

Die Terminologie der Sicherheitseinrichtungen umfasst: Lastmomentbegrenzer (berechnet das Lastmoment in Echtzeit aus aktueller Tragfähigkeit und momentaner Ausladung; bei Überschreitung von 90 % ertönt eine gelbe Vorwarnung, ab 105 % roter Alarm mit automatischer Abschaltung gefährlicher Bewegungen – Sicherheitsrichtungen wie Senken und Verringern der Ausladung bleiben erhalten), Lastanzeiger (zeigt das Verhältnis von aktueller zu Nenntragfähigkeit in Prozent), Ausladungsanzeige (zeigt die horizontale Distanz zwischen Hakenmitte und Drehachse in Echtzeit), Wasserwaage (zeigt die Horizontalstellung des Fahrgestells; nach dem Aufstellen der Stützbeine darf der Neigungswinkel ≤ 3° betragen) sowie Hubendschalter und Überdrehschutz (verhindern das Überwickeln bzw. vollständige Ablassen des Drahtseils).

Die Drehbühnenverriegelung arretiert die Drehbühne in Transportstellung (während der Fahrt muss die Drehbühne verriegelt sein); die Stützbeinverriegelung verhindert ein ungewolltes Ausfahren der Stützbeine während der Fahrt. Die Stützbein-Druckanzeige umfasst Manometer in jedem Stützbein-Hydraulikkreis, die den tatsächlichen Bodendruck jedes Stützbeins anzeigen und ein mögliches Abheben einzelner Stützbeine erkennen lassen.

Die Leistungsparameter umfassen: maximale Nenntragfähigkeit (maximal zulässige Hubmasse in t bei minimaler Ausladung und voll ausgefahrenen Stützbeinen), maximales Lastmoment des Grundauslegers (Produkt aus Tragfähigkeit und Ausladung im Grundauslegerzustand in kN·m), maximale Hubhöhe bei vollständig ausgefahrenem Ausleger (höchste Hakenposition in m bei minimaler Ausladung), Arbeitsgeschwindigkeiten (Hub-, Wipp-, Teleskopier- und Drehgeschwindigkeit) sowie die Spannweite der Stützbeine (Längs- und Querspannweite bestimmen das Stabilisierungsmoment in Längs- bzw. Querrichtung). Die Norm definiert außerdem die Geländegängigkeitsparameter – Rampenwinkel, Abgangswinkel, minimale Bodenfreiheit und minimaler Wendekreis – die das Fahrverhalten des Krans in unterschiedlichem Gelände bestimmen.

TerminologiekategorieAbdeckungInhaltAnzahl der BegriffeEntsprechungISO
Klassifizierungsbegriff5fahrbare Bauarten5PositionenNorm ISO 4306-2
AuslegerLastaufnahmemittelTEFC-Motor/Gitterausleger/Haken6Positionen§4
SicherheitseinrichtungDrehmomentbegrenzung/Endschalter/Verriegelung7Positionen§5
LeistungsparameterTragfähigkeit/Drehmoment/Geschwindigkeit6Positionen§6
GeländegängigkeitBöschungswinkel/Abgangswinkel5Positionen§7
AuslegerTypKonstruktionsmerkmaleTeleskopierenArtAnwendbare ModelleEinsatzzweck
Grundauslegervoll eingefahrenkürzester Zustandalle ModelleFestigkeitmaximal
vollständig ausgefahrener Auslegervoll ausgefahrenlängster Zustandalle ModelleHubhöhemaximal
TEFC-MotorKastenquerschnittTeleskopierungHydraulisch/SeilführungAutokran/All-Terrainam häufigsten verwendet
GitterauslegerProfilstahl/StahlrohrSchweißenSegmentmontage/DemontageRaupen/große TragfähigkeitEigengewichtleicht

Normenvergleich und Anwendungsempfehlungen

Die Norm GB/T 26474-2011 steht in engem Zusammenhang mit GB/T 6974.2 (Kran-Terminologie, Teil 2: Mobilkrane). Während letztere die standardisierte Definition allgemeiner Begriffe in den Vordergrund stellt, konzentriert sich erstere auf das Terminologiesystem und die Betriebsvorschriften für ingenieurtechnische Anwendungsszenarien. Zusammen bilden beide Normen eine vollständige terminologische Grundlage für Konstruktion & Fertigung, Bediener-Schulung und Sicherheitsmanagement von Mobilkranen.

In der Praxis empfiehlt es sich, die vorliegende Norm in Verbindung mit GB/T 6067.3 (Sicherheitsvorschriften für Mobilkrane) und GB/T 23723.3 (Sichere Verwendung von Mobilkranen) anzuwenden, um ein geschlossenes Wissenssystem von der Terminologie bis zum sicheren Betrieb aufzubauen. Das Bedienpersonal sollte im täglichen Einsatz insbesondere die Lastkennlinientabelle, die Alarmschwelle des Lastmomentbegrenzers sowie die Verfahren für die Stützbein-Bedienung sicher beherrschen.


Empfohlene verwandte Normen:GB/T 6974.6-2008 „Krane – Terminologie – Teil 6: Schienenkrane“· GB/T 6974.7-2008 „Krane – Terminologie – Teil 7: Schwimmkrane“

Häufige Fragen

F: Was ist der Kernunterschied zwischen einem Autokran und einem All-Terrain-Kran?

A: Der Autokran basiert auf einem handelsüblichen LKW-Fahrgestell (Blattfederung, Hinterachsantrieb) und bietet gute Fahrleistungen auf der Straße, jedoch nur begrenzte Geländegängigkeit. Der All-Terrain-Kran verfügt über ein spezielles All-Terrain-Fahrgestell (Einzelradaufhängung, Mehrachsantrieb, hydropneumatische Schwingungsdämpfung) und kann sowohl mit hoher Geschwindigkeit auf der Straße als auch in anspruchsvollem Gelände eingesetzt werden. Der Preis eines All-Terrain-Krans liegt beim Zwei- bis Dreifachen eines Autokrans gleicher Tragfähigkeit.

F: Was ist eine Lastkennlinientabelle und warum ist die Einhaltung zwingend erforderlich?

A: Die Lastkennlinientabelle gibt für jede Auslegerlänge und Ausladung die maximal zulässige Tragfähigkeit an (getrennt für voll ausgefahrene und halb ausgefahrene Stützbeine). Das Bedienpersonal muss anhand der aktuellen Auslegerlänge und Ausladung die entsprechende Nenntragfähigkeit aus der Tabelle ermitteln; die hängende Last darf diesen Wert nicht überschreiten. Die Lastkennlinientabellen unterscheiden sich je nach Hersteller und Typ und dürfen nicht untereinander verwendet werden.

F: Warum muss die Tragfähigkeit eines Raupenkrans beim Fahren mit Last reduziert werden?

A: Beim Hubevorgang stützt sich der Raupenkran über die Breite der Raupenketten auf das Stabilisierungsmoment. Beim Fahren mit Last auf unebenem Untergrund entstehen zusätzliche Kippmomente, die das Stabilisierungsmoment verringern. Daher beträgt die zulässige Tragfähigkeit beim Fahren mit Last in der Regel nur 70 % bis 80 % der Nenntragfähigkeit.

F: Welche Bedeutung hat der Stützbeindruck?

A: Der Stützbeindruck gibt die tatsächliche Belastung der einzelnen Stützbeine an; im Normalzustand sollten die Drücke annähernd gleichmäßig verteilt sein. Nähert sich der Druck eines Stützbeins dem Nullpunkt, bedeutet dies, dass dieses Stützbein nahezu abhebt – der Kran steht unmittelbar vor dem Umkippen. Ein übermäßig hoher Druck auf ein Stützbein kann zum Einsinken führen. Das Bedienpersonal kann über die Stützbein-Druckanzeige jederzeit den Stabilitätszustand des Krans überwachen.

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