50t Doppelträgerkran nach EU-Norm für Stahlwerk in Südostasien
Im Q3 2025 wurden zwei nach EU-Norm gefertigte Zweiträger-Brückenkrane mit 50 t × 28 m Spannweite an das Elektrolichtbogen-Stahlwerk EUROTECH STEEL in Vietnam geliefert. Das Projekt wurde im schlüsselfertigen Komplettpaket abgewickelt (Konstruktion + Fertigung + CE-Zertifizierung + Seefracht + Montage vor Ort + Inbetriebnahme + TSG-Abnahme). Die Lieferzeit vom Vertragsschluss bis zur Produktionsaufnahme betrug nur 14 Wochen (3 Monate). Die CE-Zertifizierung erfolgte gemäß EN 13001, Triebwerksgruppe FEM 2m. Die Konstruktion basiert auf ISO 4306, der Haupttragwerk aus S355J2+N-Stahl, Beschichtung C4-M (ISO 12944), SPS-Steuerung Siemens S7-1500 mit SEW-Eurodrive-Getrieben. Die CE-Zertifizierung nach MD 2006/42/EG wurde im ersten Anlauf bestanden, die TSG-Abnahme ohne Korrekturmaßnahmen. Der Kunde hat für 2026 zwei weitere Krane desselben Typs bestellt.
Die Stahlkapazität in Südostasien befindet sich in einer rasanten Expansionsphase – die Rohstahlproduktion der sechs ASEAN-Staaten stieg 2025 um 12 % im Jahresvergleich, wobei Vietnam mit +18 % der am schnellsten wachsende Markt ist. Elektrolichtbogen-Stahlwerke sind in hohem Maße auf Krane angewiesen: vom Schrottkorb-Transport über das Gießpfannen-Handling bis zur Abnahme und Einlagerung der Strangguss-Brammen – jeder Prozessschritt erfordert einen Kran. Die beiden 50-t-Zweiträgerkrane von EUROTECH STEEL werden im Stranggussbereich für den Brammentransport und im Fertigproduktlager eingesetzt und zählen zur Kernausstattung der Produktionslinie.
Kundenanforderung: 3 Monate Lieferzeit und CE-Zertifizierung als harte Kriterien
EUROTECH STEEL definierte in der Ausschreibungsphase zwei verbindliche Anforderungen: erstens eine Lieferzeit von maximal 16 Wochen (vom Vertragsschluss bis zur betriebsbereiten Krananlage vor Ort), zweitens eine gültige CE-Zertifizierung (MD 2006/42/EG) – da das Projekt von einem europäischen Ingenieurbüro als EPC-Generalunternehmer ausgeführt wird und sämtliche Anlagen der EU-Norm entsprechen müssen. Diese beiden Kriterien filterten von vornherein Lieferanten ohne Exportzulassung und ohne ausreichende Produktionskapazität aus.
Die Wettbewerbsvorteile von Kelude lagen in drei Bereichen:
① Vorhandene EG-Baumusterprüfbescheinigung – Die EG-Baumusterprüfbescheinigung für den 50-t-Zweiträgerkran nach EU-Norm deckt diesen Tragfähigkeitsbereich bereits ab, eine erneute Zertifizierung entfällt – das spart 4 bis 6 Wochen Genehmigungszeit.
② Standardisierte Konstruktionsvorlagen – Für die Haupttragstruktur mit 50 t × 28 m × 8 m Hubhöhe liegt bereits eine CE-geprüfte Zeichnungsvorlage vor; es sind nur Anpassungen erforderlich, keine Neuauslegung.
③ Straffe Fertigungsplanung – Hauptträgerschweißen, Zerspanung und elektrische Montage werden parallel statt sequenziell durchgeführt.
Die tatsächliche Lieferzeit betrug 14 Wochen – zwei Wochen früher als die geforderten 16 Wochen.
Projektkonfiguration: Standard-Doppelträger nach EU-Norm mit Tropenausstattung
Die Kernparameter des Krans (gemäß ISO 4306): Nenntragfähigkeit 50 t (Haupthaken) + 10 t (Hilfshaken), Spannweite 28 m, Hubhöhe 8 m (über Schiene) / 10 m (unter Schiene), Triebwerksgruppe FEM 2m (entspricht ISO 4301), Kranfahrgeschwindigkeit 40/10 m/min (Frequenzumrichter), Katzfahrgeschwindigkeit 20/5 m/min (Frequenzumrichter), Haupthubgeschwindigkeit 5/0,8 m/min (Frequenzumrichter), Hilfshubgeschwindigkeit 8/1,2 m/min (Frequenzumrichter).
Für das tropische Klima in Vietnam (Jahresdurchschnittstemperatur 28 °C, Luftfeuchtigkeit > 80 %) wurden drei Anpassungen vorgenommen:
① Feuchtigkeitsschutz und Kühlung im Elektroschrank – Die Leistung des Kühlgebläses wurde um 30 % erhöht, zusätzlich wurden ein Feuchtigkeitsregler und eine Kondensationsschutzheizung im Schrank installiert, um Kondensatbildung bei 85 % Luftfeuchtigkeit zuverlässig zu verhindern.
② Aufgerüstetes Beschichtungssystem – Aufwertung von Standard C3 auf C4-M (ISO 12944): Grundierung 80 μm Epoxid-Zinkstaub + Zwischenbeschichtung 150 μm Epoxid-Eisenglimmer + Decklack 50 μm Polyurethan, mit einer Korrosionsschutzlebensdauer von ≥ 15 Jahren.
③ Aufgerüstete Verbindungselemente – Sämtliche außenliegenden Verbindungselemente (Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben) wurden auf Edelstahl A4-316 umgestellt, um elektrochemische Korrosion unter hoher Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.
| Parameter Position | technische Daten | Marke/Typ | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Haupthubwerk | 50t · 5/0.8 m/min | SEW-Eurodrive KBaureihe Getriebe | FEM 2m · Doppelbremse |
| Hilfshubwerk | 10t · 8/1.2 m/min | SEW-Eurodrive KBaureihe Getriebe | FEM 2m · Einzel Bremsung |
| Kranfahren | 40/10 m/min · 4Rad2Antrieb | SEW-Eurodrive RBaureihe Getriebe | Frequenzumrichter·Optischer Kollisionsschutz |
| Katzfahren | 20/5 m/min · 4Rad2Antrieb | SEW-Eurodrive RBaureihe Getriebe | Frequenzumrichter·Laser-Kollisionsschutz |
| Haupttragwerk | S355J2+N · C4-MBeschichtung | Wuyang-Stahl/Baosteel | Norm EN 10025Zertifizierung |
| elektrische Steuerung | Siemens S7-1500 SPS | Siemens | CE·UL·PROFIBUS |
| Stromversorgung | Gekapselte Schleifleitung 200A | Vahle VAHLE | IP23·Tropenausführung |
| Sicherheitseinrichtungen | Traglastbegrenzer+Doppel-Endschalter | Changzhou Changxin | CE·TSGDoppel Zertifizierung |
Lieferprozess: Die wichtigsten Meilensteine in 14 Wochen
Woche 1–2 (Konstruktionsfreigabe): Basierend auf der Standardzeichnung für 50t × 28m werden die Kranspurweiten-Toleranz und die Anschlussmaße der Kopfträger anhand des vom Kunden bereitgestellten Einbauteil-Plans angepasst. Parallel wird das CE-technische Dokumentationspaket (inkl. Berechnungsbericht, Risikobewertung, Stromlaufplan) zur Prüfung an TÜV Rheinland übermittelt. Dank der vorhandenen EG-Baumusterprüfbescheinigung wird das vereinfachte Genehmigungsverfahren genutzt – die Prüfzeit verkürzt sich auf 10 Arbeitstage (Standard: 4 Wochen).
Woche 3–8 (Fertigung): Die Schweißung der Hauptträger erfolgt in der Hauptwerkstatt (S355J2+N Stahlblech, CO₂-Schutzgasschweißen, 100% UT-Fehlerprüfung). Kopfträger und Katzfahrwerkrahmen werden parallel in der Nebenwerkstatt gefertigt. Während der Fertigung erstellt der vom Kunden beauftragte SGS-Prüfer wöchentliche Inspektionsberichte. Kritische Fertigungsschritte (Heftung der Hauptträger, Abschluss der Schweißarbeiten, Oberflächenbehandlung vor der Beschichtung) müssen vom Prüfer freigegeben werden. Am Ende von Woche 8 erfolgen die werkseitige Vormontage und der elektrische Funktionstest.
Woche 9–10 (Werksprüfung): Durchführung der Prüfung mit 100% Nennlast (50t) und der statischen Belastungsprüfung mit 125% Nennlast (62,5t). Die gemessene elastische Durchbiegung in der Hauptträgermitte beträgt 18,2mm (zulässig: 28mm = S/1000) und liegt damit deutlich unter der Norm. Die dynamische Belastungsprüfung mit 110% Nennlast (55t) verifiziert die Laufruhe von Kranbrücke und Katzfahren. Der Prüfer für die EG-Baumusterprüfung der CE-Zertifizierung ist vor Ort, beobachtet die Tests und bestätigt diese mit seiner Unterschrift.
Woche 11–14 (Seefracht & Montage vor Ort): Der Kran wird in 3 Transporteinheiten zerlegt (2 Hauptträger-Segmente + Kombination aus Kopfträger und Katze). Der Versand erfolgt per 40-Fuß-Container (Seefrachtverpackung) zum Hafen Haiphong, Vietnam (Seefracht: 7 Tage), gefolgt vom Landtransport zum Werksgelände (1 Tag). Das 5-köpfige Montageteam benötigt 12 Tage für: Nachmessung der Schiene, Montage der Kopfträger, Anschlagen und Positionieren der Hauptträger, elektrische Verdrahtung, Inbetriebnahme und TSG-Abnahme. Die TSG-Abnahme umfasst 36 Prüfpunkte und wird ohne eine einzige Korrekturmaßnahme bestanden.
Kundenfeedback und Folgeauftrag
Der Projektleiter von EUROTECH STEEL bewertet in seinem Abnahmeprotokoll drei Dimensionen als übertroffen: die Vollständigkeit der technischen Unterlagen (keine einzige wesentliche Abweichung bei der TÜV-Rheinland-Prüfung), die Oberflächenqualität der Schweißnähte (entspricht ISO 5817 – Bewertungsgruppen für Schmelzschweißverbindungen, Gruppe B) und die Präzision der Montage (Kranspurweiten-Abweichung ±3mm). Im Q1 2026 bestellte der Kunde für sein Elektrolichtbogenofen-Projekt in Phase 2 zwei weitere Doppelträgerkrane desselben Typs (50t × 28m nach EU-Norm) mit einer identischen Lieferzeit von 14 Wochen.
Die beiden Krane der zweiten Phase haben die Werksprüfung im Juni 2026 erfolgreich abgeschlossen und wurden im Juli versandt. Die Herstellungskosten für den Folgeauftrag sind im Vergleich zum Erstauftrag um ca. 8% gesunken – da die Konstruktionszeichnungen und Werkzeuge direkt wiederverwendet werden konnten und die Arbeiter mit dem Fertigungsablauf vertraut waren, was die Produktionskapazität deutlich erhöhte.
Häufige Fragen
F: Ist die Lieferung eines 50t-Doppelträgerkrans nach EU-Norm in 3 Monaten die Regel oder eine Ausnahme?
A: Für Standardkonfigurationen (50t × 28m × 8m Hubhöhe, FEM 2m, Standard-Beschichtung) ist eine Lieferzeit von 3–4 Monaten realistisch erreichbar. Voraussetzungen hierfür sind: ① Es liegt eine CE-zertifizierte Zeichnungsvorlage vor (kein Design von Grund auf), ② der Baustahl ist auf Lager oder über Rahmenverträge mit dem Stahlwerk verfügbar, ③ die Produktionskapazität in der Werkstatt ist verfügbar. Bei Sonderkonfigurationen (besondere Spannweiten, extreme Hubhöhen, explosionsgeschützte oder metallurgische Sonderausführungen) verlängert sich die Lieferzeit auf 5–6 Monate. Die 14 Wochen sind eine Ausnahme und nicht die Regel – sie sind auf die schnelle Genehmigung durch den Kunden und einen straffen Fertigungsplan zurückzuführen.
F: Was sind die Hauptunterschiede zwischen Projekten in Südostasien und Projekten im Inland?
A: Es gibt drei wesentliche Unterschiede: Erstens die Zertifizierungsanforderungen (im Inland nicht erforderlich, aber bei vielen Projekten in Südostasien, die von europäischen EPC-Auftragnehmern ausgeführt werden, ist die CE-Zertifizierung Pflicht). Zweitens die Korrosionsschutzklasse – die feuchte und salzhaltige Umgebung in Südostasien erfordert in der Regel eine Beschichtung von mindestens C4-M (im Inland wäre C3 ausreichend), was die Kosten für den Korrosionsschutz um ca. 20% erhöht. Drittens die Seefrachtverpackung – die zerlegten Transporteinheiten müssen die Containerabmessungen einhalten (Innenmaße eines 40-Fuß-Containers: 11,8 × 2,3 × 2,3m). Die Segmentlänge und -höhe der Hauptträger darf diese Maße nicht überschreiten. Gegebenenfalls müssen werksseitige Schweißverbindungen oder der Einsatz von Open-Top- oder Flat-Rack-Containern geplant werden, was die Frachtkosten um 30%–50% erhöht.
F: Welche Merkmale kennzeichnen Projekte mit hoher Wiederholungsrate?
A: Projekte mit hoher Wiederholungsrate haben in der Regel drei Merkmale: ① Der Kunde befindet sich in einer Expansionsphase (z. B. kontinuierlicher Bau von Phase 2 und 3 in südostasiatischen Stahlwerken). ② Der Kran ist ein zentrales Produktionsmittel (und kein Hilfsgerät), dessen Ausfall zu einem vollständigen Produktionsstopp führen würde – die Anforderungen an die Qualität sind daher höher als der Preis. ③ Die Erstlieferung verlief ohne größere Probleme (insbesondere die Qualität der technischen Unterlagen und die Erfolgsquote bei der CE-Zertifizierung), was Vertrauen in die Vertragserfüllung geschaffen hat.
F: Wie werden Steuern und Zölle für das Vietnam-Projekt behandelt?
A: Zur Zollpolitik Vietnams für importierte Krane: Der Einfuhrzoll für komplette Maschinen beträgt 0 % (Präferenzsatz im Rahmen der chinesisch-vietnamesischen Freihandelszone AFTA), die Mehrwertsteuer liegt bei 10 % (VAT, im Nachhinein abziehbar). Die Seefrachtkosten belaufen sich auf ca. 8.000–12.000 USD pro 40-Fuß-Container (Shanghai–Haiphong), inklusive Landtransport und Hafenabfertigungsgebühren von etwa 2.000–3.000 USD. Die Montage vor Ort wird von einem chinesischen Team der Kelude Schwerindustrie durchgeführt (5 Personen × 12 Tage), unterstützt von vietnamesischen Arbeitern; die Montagekosten sind im Gesamtvertragspreis enthalten.
Die Expansion der Stahlproduktionskapazität in Südostasien wird mindestens bis 2028 anhalten. Kelude hat in der Region bereits Markenbekanntheit und Kundenvertrauen aufgebaut. Der nächste Wachstumspunkt ist der Nahe Osten – dort ist die Marktnachfrage größer, aber auch die technischen Anforderungen sind höher.