JB/T 9005-2010 Kran-Seilrollen Normeninterpretation
Die Norm JB/T 9005-2010 „Gegossene Seilrollen für Krane“ ist die Produktnorm für gegossene Seilrollen in Krananlagen. Sie legt Klassifizierung, technische Anforderungen, Prüfverfahren und Prüfregeln fest und gilt für gegossene Seilrollen in Hubwerken und Katzfahrwerken von Kranen.
Anwendungsbereich und Einordnung der Norm
Die Norm JB/T 9005-2010 gilt für gegossene Seilrollen, die in Hubwerken und Katzfahrwerken von Kranen eingesetzt werden. Je nach Werkstoff unterscheidet die Norm drei Ausführungen: Grauguss-Seilrollen aus HT200 für mittlere und niedrige Lasten, Sphäroguss-Seilrollen aus QT500-7 mit hoher Festigkeit und guter Zähigkeit sowie Stahlguss-Seilrollen aus ZG270-500 für hohe Lasten und stoßartige Beanspruchung. Die Materialauswahl richtet sich nach Tragfähigkeit, Triebwerksgruppe und Einsatzumgebung. Das Verhältnis von Seilrollendurchmesser D zu Drahtseildurchmesser d beträgt D/d ≥ 16 bei Brückenkranen bzw. ≥ 18 bei Portalkranen und gewährleistet so die Biegewechselfestigkeit des Drahtseils.
Gussqualität und Bearbeitungsanforderungen
Die Norm stellt strenge Anforderungen an die Gussqualität – gegossene Seilrollen dürfen keine Gussfehler wie Poren, Lunker, Sandstellen oder Risse aufweisen. Die Wanddicke des Spurkranzes muss gleichmäßig sein; nach der Bearbeitung darf die Wanddickenabweichung 10 % des Bemessungswerts nicht überschreiten. Zur Beseitigung von Gussspannungen werden die Gussteile einer Alterungsbehandlung unterzogen – Grauguss-Seilrollen werden entweder natürlich über mindestens 6 Monate oder künstlich durch Normalglühen bei 530–550 °C über 3–5 Stunden behandelt; Sphäroguss- und Stahlguss-Seilrollen werden normalgeglüht. Die Norm legt außerdem die Bearbeitungsgenauigkeit fest: Innenbohrung in Toleranzklasse H7–H8, Planlauf ≤ 0,3 mm bei ≤ Φ400 bzw. ≤ 0,5 mm bei > Φ400.
| Seilrollendurchmesser(mm) | DrahtseilDurchmesser(mm) | Rillenradius(mm) | Werkstoff | Gewicht(kg) |
|---|---|---|---|---|
| 200 | 8~11 | 4.4~6.1 | HT200 | 5 |
| 315 | 11~14 | 6.1~7.7 | HT200 | 12 |
| 400 | 14~20 | 7.7~11.0 | QT500 | 22 |
| 500 | 20~24 | 11.0~13.2 | ZG270 | 38 |
Die Norm schreibt vor, dass gegossene Seilrollen frei von Gussfehlern wie Poren, Lunkern, Sandeinschlüssen und Rissen sein müssen. Die Spurkranzdicke der Rolle ist gleichmäßig auszuführen; die Wanddickenabweichung nach der Bearbeitung darf 10 % des Bemessungswerts nicht überschreiten. Zur Beseitigung von Gussspannungen ist ein Altern durchzuführen – bei Grauguss-Rollen entweder natürliches Altern (≥ 6 Monate) oder künstliches Altern (Erwärmung auf 530–550 °C, Haltezeit 3–5 Stunden); Sphäroguss- und Stahlguss-Seilrollen sind zu normalglühen. Die Haupttragbereiche der Rollengussteile sind einer zerstörungsfreien Prüfung zu unterziehen, um die Einhaltung der inneren Qualitätsanforderungen sicherzustellen.
Die Norm legt die Bearbeitungsgenauigkeit der Rollen fest: Durchmessertoleranz der Innenbohrung H7–H8, Planlauf der Rollenstirnfläche ≤ 0,3 mm (bei Durchmesser ≤ 400 mm) bzw. ≤ 0,5 mm (bei Durchmesser > 400 mm). Das Passungsspiel zwischen Rolle und Welle muss innerhalb der konstruktiven Toleranzgrenzen liegen. Die Seilrille der Rolle ist zur Verbesserung der Verschleißfestigkeit zu härten – die Einhärtetiefe muss ≥ 2 mm betragen, die Härte HB350–450. Nach der Montage muss die Rolle leichtgängig und ohne Klemmen drehbar sein; der Rundlauf hat den Normvorgaben zu entsprechen.
Prüfanforderungen und Inspektionen
Die Werksabnahme erfolgt stückweise und umfasst Sichtprüfung (Gussfehler, Bearbeitungsqualität, Oberflächenbeschichtung), Maßprüfung (Durchmesser, Seilrille, Innenbohrung) sowie einen Leerlauf-Betriebstest. Die Typprüfung wird alle 2 Jahre durchgeführt und beinhaltet eine Statische Belastungsprüfung mit 1,25-facher statischer Last (Haltezeit 10 Minuten) sowie eine Dynamische Belastungsprüfung mit 1,1-facher dynamischer Last. Während des Betriebs sind der Verschleißbetrag der Seilrille und der Lagerzustand alle 500 Betriebsstunden zu kontrollieren. Ist der Wanddickenverschleiß der Seilrille um mehr als 20 % der ursprünglichen Wanddicke fortgeschritten oder die radiale Abnutzung des Rillengrunds größer als 25 % des Drahtseildurchmessers, ist die Rolle zu verschrotten. Kelude Schwerindustrie bietet gegossene Seilrollen in allen Spezifikationen als Zubehörlieferung an.
| Prüfpositionen | technische Anforderungen | Zyklus | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Sichtprüfung | ohneGussfehler | Werksabnahme | konform/nicht konform |
| AbmessungInspektion | Durchmesser/Seilrille/Innenbohrung | Werksabnahme | ToleranzBereich |
| LeerlaufBetrieb | Leichtgängig ohne Klemmen | Werksabnahme | konform |
| Statische Belastungsprüfung | 1.25fach×10min | jährlich | ohnebleibende Verformung |
| LagerInspektion | Betriebstemperatur≤80°C | 500h | Spiel≤1.5fach |
Die normativ vorgeschriebenen Prüfungen gliedern sich in die Werksabnahme und die Typprüfung. Im Rahmen der Werksabnahme wird jede Rolle stückweise einer Sichtprüfung (Gussfehler, Bearbeitungsqualität, Oberflächenbeschichtung), einer Maßprüfung (Durchmesser, Seilrille, Innenbohrung) sowie einem Leerlaufversuch unterzogen. Die Typprüfung erfolgt alle 2 Jahre und umfasst die statische Belastungsprüfung mit dem 1,25-fachen der Nennlast (Haltezeit 10 Minuten), die dynamische Belastungsprüfung mit dem 1,1-fachen der Nennlast sowie die Dauerprüfung der Rolle. Darüber hinaus wird im Rahmen der Typprüfung das Gefüge des Rollengusses geprüft, um sicherzustellen, dass Graphitform und Grundgefüge den Anforderungen der Materialnorm entsprechen.
Beim Betrieb und bei der Wartung ist die Seilrille der Rolle alle 500 Betriebsstunden auf Verschleißbetrag und Lagerzustand zu prüfen. Ein Aussonderkriterium ist erreicht, wenn der Wanddickenverschleiß der Seilrille mehr als 20 % der ursprünglichen Wanddicke beträgt oder der radiale Verschleiß am Rillengrund 25 % des Drahtseildurchmessers überschreitet. Die Seilrollenlager sind alle 100 Betriebsstunden mit Lithiumfett abzuschmieren; die Lagertemperatur darf 80 °C nicht überschreiten. Bei schwergängigem oder blockiertem Lauf der Rolle ist das Lager unverzüglich zu inspizieren; ein defektes Lager ist umgehend zu ersetzen.
Häufige Fragen zu Seilrollen
F: Wie wählt man das Material für gegossene Seilrollen aus?
A: Grauguss HT200 gilt für Standardanwendungen mit mittlerer bis niedriger Last in normalen Werkstätten. Sphäroguss QT500-7 bietet hohe Festigkeit und gute Zähigkeit und eignet sich für mittlere Lasten. Stahlguss ZG270-500 ist für große Tragfähigkeiten und stoßartige Betriebsbedingungen ausgelegt. Im metallurgischen Bereich wird Stahlguss verwendet, in Standardwerkstätten kommen Sphäroguss oder Grauguss zum Einsatz. Die Materialauswahl ist stets auf Basis der Tragfähigkeit, der Triebwerksgruppe und der Einsatzumgebung zu treffen.
F: Welche Genauigkeitsanforderungen gelten für die Seilrille?
A: Der Rillenradius R beträgt ca. 0,53–0,55 d, die Rillentiefe h ≥ 1,5 d und die Oberflächenrauheit Ra ≤ 6,3 μm. Der Übergang in der Seilrille muss glatt und frei von scharfen Kanten und Graten sein. Das Verhältnis von Seilrollendurchmesser zu Drahtseildurchmesser D/d muss ≥ 16 (Brückenkran) bzw. ≥ 18 (Portalkran) betragen; ein zu geringer Durchmesser beschleunigt den Ermüdungsbruch des Drahtseils.
F: Welche Aussonderkriterien gelten für Seilrollen?
A: Eine Rolle ist auszusondern, wenn einer der folgenden Mängel vorliegt: Risse (jeder Riss führt sofort zur Verschrottung), Wanddickenverschleiß der Seilrille über 20 % der ursprünglichen Wanddicke, radialer Verschleiß am Rillengrund über 25 % des Drahtseildurchmessers, Beschädigung des Spurkranzes mit Beeinträchtigung der Seilführung sowie schwergängiger oder blockierter Lauf der Rolle.
F: Welche Wartungsanforderungen gelten für Seilrollenlager?
A: Die Lager sind alle 100 Betriebsstunden mit Fett (Lithiumfett) zu schmieren. Alle 500 Betriebsstunden ist das Lagerspiel zu prüfen – bei radialem Spiel über dem 1,5-fachen des ursprünglichen Wertes oder axialem Verschiebeweg über 2 mm ist das Lager zu ersetzen. Die Lagertemperatur darf 80 °C nicht überschreiten. Die Rolle muss leichtgängig laufen, ohne Blockieren oder ungewöhnliche Geräusche.