ISO 4306-2:2012 Normeninterpretation: Mobilkran-Begriffe
Die Norm ISO 4306-2:2012 „Krane – Terminologie – Teil 2: Mobilkrane“ ist der internationale Standard für die Terminologie von Mobilkranen. Sie vereinheitlicht Begriffe und Definitionen für Mobilkrane (Autokrane, Raupenkrane, Reifenkrane, Ladekrane usw.) und deckt vier Begriffskategorien ab: Typklassifizierung, Hauptstruktur, Mechanismussystem und Parameterkennwerte.
Begriffe zur Typklassifizierung
Die Norm unterteilt Mobilkrane nach dem Fahrgestell in Autokrane (truck crane – ein Kran, der auf einem serienmäßigen oder speziellen Lkw-Fahrgestell montiert ist), Raupenkrane (crawler crane – ein Kran mit Raupenfahrwerk), Reifenkrane (wheel crane – ein Kran mit speziellem Reifenfahrgestell oder Allradfahrgestell) und Ladekrane (loader crane – ein Kran, der auf einem Nutzfahrzeug montiert ist und hauptsächlich für Be- und Entladevorgänge verwendet wird).
Nach der Bauart wird unterschieden zwischen Kranen mit Teleskopausleger (telescopic boom crane – der Ausleger besteht aus mehreren teleskopierbaren Abschnitten), Gittermastkranen (lattice boom crane – der Ausleger ist als Gitterstruktur ausgeführt) und Knickarmkranen (knuckle boom crane – der Ausleger besteht aus mehreren gelenkig verbundenen Segmenten und ist faltbar). Die Norm vereinheitlicht außerdem Begriffe für den Betrieb, wie den Auslegerwinkel (boom angle – der Winkel zwischen der Auslegerachse und der Horizontalen) und die Ausfahrrate (extension rate – das Verhältnis der aktuellen Auslegerlänge zur vollständig eingefahrenen Länge).
Begriffe zur Hauptstruktur
Die Norm vereinheitlicht die Begriffe für die Hauptstrukturkomponenten von Mobilkranen – einschließlich des Fahrgestellrahmens (chassis frame – der Rahmen, der die gesamte Kranmechanik trägt), des Abstützsystems (outrigger system – eine Stützvorrichtung zur Vergrößerung der Abstützfläche und Verbesserung der Stabilität, einschließlich H-Stützbeine, X-Stützbeine, Schwenkstützbeine usw.), der Drehverbindung (slewing ring – die Drehvorrichtung, die Ober- und Unterwagen verbindet) und des Gegengewichts (counterweight – ein Ausgleichsgewicht am hinteren Ende der Drehbühne zur Erhöhung der Tragfähigkeit).
Zu den Begriffen für das Auslegersystem gehören: der Grundausleger (base boom / erster Auslegerabschnitt), der Teleskopausleger (telescopic section), die Auslegerspitzenrolle (boom head sheave) und der Hilfsausleger (jib – ein am Hauptausleger angebrachter Verlängerungsausleger). Die Begriffe für das Abstützsystem umfassen: das vertikale Stützbein (vertical jack) und den horizontalen Stützbalken (horizontal outrigger beam). Die Norm präzisiert auch die Verwendung der Begriffe für Gegengewichte – unterschieden wird zwischen festem und variablem Gegengewicht; ein Zusatzgeggewicht ist eine optionale Konfiguration für Krane der Ultra-Großtonnage.
| Terminologiekategorie | Anzahl der Begriffe | Hauptinhalte | Internationale Kennnummer |
|---|---|---|---|
| Typklassifizierung | 12Punkt | Autokran/Raupenkran/Mobilkran/LKW-Ladekran usw. | §2.1 |
| Hauptstruktur | 20Punkt | Fahrgestell/Stützbein/Drehen/GegengewichtLKW-Ladekran usw. | §2.2 |
| Mechanismussystem | 15Punkt | Heben / Anheben/Wippen/Drehen/FahrenLKW-Ladekran usw. | §2.3 |
| Parameterkennwerte | 10Punkt | Tragfähigkeit/Ausladung/Höhe/Geschwindigkeit | §2.4 |
| Sicherheitseinrichtung | 8Punkt | Lastmomentbegrenzer/HubbegrenzerLKW-Ladekran usw. | §2.5 |
Begriffe des Mechanismussystems
Die Norm vereinheitlicht die Terminologie der einzelnen Arbeitsmechanismen von Mobilkranen: das Hubwerk (hoisting mechanism – die Einrichtung zur Steuerung des Hebens und Senkens des Hakens, bestehend aus Hydraulikmotor, Getriebe, Trommel und Drahtseilsystem); das Wippwerk (derricking mechanism – die Einrichtung zur Veränderung des Auslegerwinkels, unterteilt in Hydraulikzylinder-Wippen und Seilwippwerk); das Drehwerk (slewing mechanism – die Einrichtung für die Drehung des oberen Krandrehteils, bestehend aus Schwenkmotor, Getriebe und Drehverbindung); sowie das Fahrwerk (travel mechanism – die Einrichtung für den Eigenantrieb des Krans, bestehend aus Antriebsachse, Reifen-/Raupenfahrwerk und Lenksystem).
Die Terminologie des hydraulischen Systems umfasst: Hydraulikpumpe (hydraulic pump – das Element zur Umwandlung mechanischer Energie in hydraulische Energie), Hydraulikmotor (hydraulic motor – das Aktorelement zur Umwandlung hydraulischer Energie in mechanische Energie), Wegeventil (directional control valve – das Kernelement zur Verteilung des Hydraulikölstroms und zur Steuerung der Bewegungsrichtung) sowie Gegengewichtsventil (counterbalance valve – das Sicherheitselement zur Verhinderung des unkontrollierten Senkens der Last). Die Norm vereinheitlicht die zentralen Begriffe der Gesamtstabilität des Krans als Kippkante (tipping line) und Stabilitätsbeiwert (stability coefficient).
Parameterkennwerte und Begriffe
Die Norm definiert die wesentlichen Parameterkennwerte von Mobilkranen standardisiert: Nenntragfähigkeit (rated capacity – die maximale Masse, die der Kran unter festgelegten Betriebsbedingungen heben darf), maximales Lastmoment (maximum load moment – das Produkt aus Nenntragfähigkeit und zugehöriger Ausladung), maximale Tragfähigkeit bei kürzester Auslegerlänge (maximum capacity at minimum boom length), Tragfähigkeit bei voll ausgefahrenen Stützbeinen (capacity on outriggers fully extended) sowie die Auslegerlänge (boom length). Die Norm vereinheitlicht die Darstellung der Parameter, um die Vergleichbarkeit der Produktkennwerte verschiedener Hersteller sicherzustellen.
Kelude Schwerindustrie verwendet in den technischen Unterlagen und im Handbuch konsequent die Begriffe und Definitionen gemäß der Norm ISO 4306-2:2012, um einen eindeutigen technischen Austausch im In- und Ausland zu gewährleisten. Bei exportierten Mobilkranen werden sämtliche Angaben auf dem Typenschild sowie die Terminologie in den technischen Unterlagen normgerecht verwendet.
| ParameterBezeichnung | Einheit | Definition | Normnummer |
|---|---|---|---|
| Nenntragfähigkeit | t | VorschriftBetriebsbedingungenmaximal unterHebenMasse | §4.1 |
| maximales Lastmoment | t·m | Nenntragfähigkeit×entsprechendAusladung | §4.2 |
| grundlegendAuslegerlängeHöhe | m | TEFC-MotorLänge bei vollständig eingefahrenem Zustand | §4.3 |
| Maximale Hubhöhe | m | vom Boden bisHakenhöchste Position | §4.4 |
| StützbeinSpannweite | m | voll ausgefahrenStützbeinQuerabstand | §4.5 |
Häufige Fragen
F: Für welche Maschinentypen gilt die Norm ISO 4306-2:2012?
A: Sie gilt für Autokrane, Raupenkrane, Reifenkrane, Ladekrane und All-Terrain-Krane. Nicht abgedeckt sind Turmkrane und Brückenkrane (diese werden in ISO 4306-3 bzw. ISO 4306-1 behandelt). Die Normterminologie erstreckt sich auf sämtliche technische Unterlagen und Bedienungsanleitungen der genannten Maschinentypen.
F: Worin unterscheiden sich Mobilkrane mit Teleskopausleger von denen mit Gitterausleger?
A: Der Teleskopausleger besteht aus mehreren teleskopierbaren Abschnitten mit rechteckigem oder ovalem Querschnitt, die hydraulisch ausgefahren werden und eine kompakte Transportstellung ermöglichen. Der Gitterausleger hingegen ist eine geschweißte Fachwerkkonstruktion aus Winkelstahl und Rohren, die in Segmenten transportiert und auf der Baustelle montiert wird. Ersterer überzeugt durch Flexibilität und Effizienz, Letzterer bietet Vorteile im Bereich der Ultra-Großtonnage.
F: In welchen Sprachversionen liegt die Norm vor?
A: Der Haupttext der Norm ist in Englisch, Französisch und Russisch veröffentlicht; die chinesische Fassung (GB/T 6974.2) ist eine äquivalente Übernahme. Die technischen Unterlagen von Kelude für Mobilkrane werden zweisprachig in Chinesisch und Englisch erstellt, wobei die Terminologie vollständig mit den internationalen Normen übereinstimmt.
F: Welche Begriffe sind für Abstützsysteme gebräuchlich?
A: H-Stützbein (H-type outrigger) – die horizontalen Stützbeine lassen sich seitlich teleskopieren; X-Stützbein (X-type outrigger) – die Stützbeine werden X-förmig ausgefahren; Schwenk-Stützbein (swing-out outrigger) – die Stützbeine lassen sich nach außen schwenken. Eine präzise Terminologie erleichtert den technischen Austausch und die Betriebsanleitung.