ISO 11660-3:2008 Norm: Zugangssysteme am Turmkran

ISO 11660-3:2008 „Krane – Zugangssysteme, Schutzeinrichtungen und Begrenzungen – Teil 3: Turmkrane“ ist die spezifische Norm für Zugangssysteme und Sicherheitsschutzeinrichtungen an Turmkranen. Aufbauend auf den Allgemeinen Grundsätzen der ISO 11660-1 definiert die Norm spezifische Anforderungen an Laufstege am Turm, Plattformen, Geländer und Absturzsicherungssysteme – abgestimmt auf die extrem hohen Turmstrukturen und die Besonderheiten der Verankerungsmontage.


Anforderungen an den Laufsteg am Turm

ISO 11660-3:2008 stellt strenge Anforderungen an die vertikalen Zugangssysteme im Turmmast von Turmkranen: In den Turmsegmenten sind fest installierte senkrechte Leitern oder Schrägleitern vorzusehen. Die Leiterbreite beträgt ≥400 mm bei Turmmasten mit quadratischem Querschnitt bzw. ≥300 mm bei dreieckigem Querschnitt, der Sprossenabstand liegt zwischen 250 und 300 mm. Bei senkrechten Leitern über 6 m Höhe ist entweder ein Ruhepodest (Plattformfläche ≥0,5 m², Geländerhöhe ≥1100 mm) oder ein Fallschutzkäfig (einzubauen innerhalb der ersten 3 m ab Einstieg) erforderlich. An jeder Segmentverbindung des Turmmasts ist eine Übergangsplattform (Fläche ≥0,3 m²) vorzusehen, die dem Bedienpersonal als Zwischenabstieg und Arbeitsfläche dient.

Für das Absturzsicherungssystem am Laufsteg gilt: Bei Turmhöhen über 20 m ist ein unabhängiges Sicherheitsseil erforderlich – ein Edelstahldrahtseil mit Stahldrahtkern von ≥8 mm Durchmesser, das an den Ankerpunkten oben und unten am Turmmast befestigt wird. Das Bedienpersonal muss beim Auf- und Abstieg einen Sicherheitsgurt mit Energieabsorber am Sicherheitsseil einhängen. Darüber hinaus schreibt die Norm eine Beleuchtung des Laufstegs in jedem Turmsegment vor – mit einer Beleuchtungsstärke von ≥50 lux (LED-Leuchten, Schutzart IP65), die seitlich am Zugangssystem montiert werden, um die Durchgangsbreite nicht einzuschränken.


Schematiche Darstellung der Norm


Wartungsbühnen an Verankerungsvorrichtungen

An den Verankerungsvorrichtungen des Turmkrans (Verbindungspunkt zwischen Verankerungsstrebe und Gebäude) ist eine Wartungsbühne vorzusehen – mit einer Plattformfläche von ≥1,0 m² (mindestens 1 m × 1 m) und einer Tragfähigkeit von ≥3 kN/m². Die Geländerhöhe beträgt ≥1100 mm, die Zwischenholmhöhe ≤550 mm und die Fußleiste ≥100 mm. Die Wartungsbühne ist maximal 1,5 m unterhalb des Verbindungsknotens von Verankerungsstrebe und Turmmast anzuordnen, damit das Wartungspersonal die Schrauben und Schweißnähte der Verankerungspunkte sicher prüfen kann. Der Abstand zwischen Plattform und Gebäude darf ≤300 mm nicht überschreiten (bei größeren Abständen sind Übergangsbleche oder Füllschutze vorzusehen).

An den Verankerungsstreben selbst ist ein Inspektions- und Wartungszugang einzurichten: Bei Streben mit einer Querschnittshöhe von ≥300 mm ist auf der Oberseite ein rutschfester Laufsteg (Breite ≥300 mm, beidseitig mit Handlauf) zu installieren. Bei Turmkranen mit mehreren Verankerungsebenen sind Übergangsleitern zwischen den oberen und unteren Wartungsbühnen vorzusehen. Für die Montage und Demontage der Wartungsbühnen ist ein spezieller Sicherheitsplan erforderlich – die Bauteile der Wartungsbühne sind mit dem Turmkran selbst anzuschlagen; das Begehen der ungesicherten Verankerungsstreben durch das Wartungspersonal ist untersagt.

Leiterbreite am Turm
≥400mm
Sprossenabstand
250~300mm
Absturzsicherung
>20m Sicherheitsseil
Ruhepodest
alle 6m
Wartungsbühne
≥1,0m²
Beleuchtung
≥50lux
ZugangssystemBauteilMaßanforderungenSchutzeinrichtungenAnforderungenBeleuchtungAnforderungenSicherheitseinrichtungen
Turmmastsenkrechte LeiterBreite≥400mm>6mRuhepodest≥50luxAbsturzsicherungSicherheitsseil
TurmmastSchrägleiter45~60°beidseitigHandlauf≥50luxAnschlagpunkt
VerankerungPlattform≥1.0m²Geländer+Fußleiste≥100luxAnschlagpunkt für Sicherheitsgurt
TurmkopfPlattform≥0.8m²Geländer≥1100mm≥100luxEinzelanschlagpunkt
Laufsteg am GegengewichtsauslegerBreite≥400mmHandlauf+rutschfest≥50luxAbsturzsicherungssystem

Zugangssysteme am Turmkopf und Ausgleichsarm

Für den Turmkopf (Turmkopfbereich) gelten besondere Anforderungen an den Zugang: Eine Wartungsbühne mit einer Tischfläche von mindestens 0,8 m² ist vorzusehen, um Windmesser, Turmkopfrollen und Navigationslichter zu warten. Die Bühne muss mit Geländer und Fußleiste ausgestattet sein. Der Zugang vom Turmkopf zum Ausleger erfolgt über einen rutschfesten Laufsteg mit einer Breite von mindestens 400 mm.

Der Ausgleichsarm ist über seine gesamte Länge mit einem rutschfesten Laufsteg (Breite ≥ 400 mm) ausgestattet, der die Inspektion und Wartung von Hubwerk, Gegengewicht und Seilführung ermöglicht. Der Laufsteg erhält beidseitige Handläufe (alternativ einseitiger Handlauf mit mittigem Sicherheitsseil). Im Gegengewichtsbereich am Ende des Ausgleichsarms ist ein Geländer als Schutzeinrichtung gegen herabfallende Gegengewichte erforderlich.

Für die Laufkatze ist bei Horizontalausleger-Kranen eine Wartungsbühne (Tischfläche ≥ 0,5 m²) vorzusehen, die die Inspektion von Katzrollen und Drahtseilen ermöglicht. Diese Bühne muss sich beim Katzfahren mitbewegen und über einen eigenen Anschlagpunkt für Sicherheitsgurt verfügen. Gemäß der Norm ist entlang des gesamten Auslegers ein temporäres Sicherheitsseil vorzusehen, das bei Wartungsarbeiten an Auslegerrollen und Drahtseilen genutzt wird und beidseitig an Auslegerende und Turmkopf befestigt wird.


Sicherheitszeichen und Notfalleinrichtungen

Die Sicherheitszeichen und Notfalleinrichtungen des Turmdrehkrans umfassen: Am Turmmasteinstieg ist ein Kontrollschild angebracht, auf dem das Bedienpersonal den ordnungsgemäß angelegten Sicherheitsgurt beim Auf- und Abstieg per Unterschrift bestätigt. Alle 10 m sind am Turmmast Richtungsanzeiger (Pfeile für aufwärts/abwärts) montiert. Am Turmkopf befinden sich eine Windwarnleuchte (rotes Blinklicht, das bei Erreichen des Frühwarnwerts automatisch aktiviert wird) sowie eine Luftfahrthindernisbefeuerung zur Kennzeichnung der Kranposition bei Nacht. Zusätzlich sind zwei Abseilgeräte vorgesehen – eines am Turmkopf und eines in der Nähe des Führerhauses – für die Notfall-Evakuierung aus großer Höhe (Lastaufnahme ≥ 150 kg, langsame Senkgeschwindigkeit ≤ 2 m/s).

Die Zugangssysteme und Schutzeinrichtungen der Kelude-Turmdrehkrane sind gemäß ISO 11660-3:2008 umfassend ausgestattet: senkrechte Leiter im Turmmast mit Absturzsicherungssystem, vollständige Anschlagsplattformen und Turmkopfplattformen, normgerecht konstruierte Laufstege am Gegengewichtsausleger sowie Wartungsbühnen an der Laufkatze, ergänzt durch vollständige Sicherheitszeichen und Notfalleinrichtungen.

PrüfpunktIntervallUmfangBeurteilungskriterien
Laufsteg am TurmmonatlichSprosseBefestigung/AbsturzsicherungSicherheitsseilfest sitzend/Korrosion
VerankerungPlattformbei Montage der VerankerungGeländer/Fußleiste/TragfähigkeitgemäßKonstruktionZeichnungAbnahme
SicherheitsseilvierteljährlichSeildurchmesser/Ankerpunkt/Energieabsorber≥8mm/Befestigungzuverlässig
AbseilgerätjährlichFunktionstestLast≥150kg
BeleuchtunghalbjährlichLeuchte/Leitung≥50lux/IP65

Häufige Fragen

F: Ab welcher Höhe des Laufstegs am Turmmast ist ein unabhängiges Absturzsicherungssystem erforderlich?

A: Bei einer Höhe des Laufstegs am Turmmast von mehr als 20 m ist ein unabhängiges Absturzsicherungssystem mit Sicherheitsseil (Stahlkern-Edelstahldrahtseil ≥ 8 mm) vorzusehen. Das Bedienpersonal muss beim Auf- und Abstieg am Turmmast einen Sicherheitsgurt mit Energieabsorber am Sicherheitsseil befestigen. Die Norm schreibt außerdem alle 6 m ein Ruhepodest vor.

F: Welche Anforderungen gelten für das Zugangssystem im Bereich der Verankerungsvorrichtung?

A: An der Verbindungsstelle zwischen Verankerungsstrebe und Gebäude ist eine Wartungsbühne (≥ 1,0 m², Belastung ≥ 3 kN/m², vollständiges Geländer) vorzusehen. Verankerungsstreben mit einem Querschnitt ≥ 300 mm erhalten einen rutschfesten Laufsteg (≥ 300 mm breit). Der Abstand zwischen Verankerungsplattform und Turmmastknoten darf ≤ 1,5 m betragen.

F: Welche Notausstiegseinrichtungen sind am Turmkran vorgesehen?

A: An der Turmspitze und in der Nähe des Führerhauses ist jeweils ein Abseilgerät für Notfälle installiert (Last ≥ 150 kg, langsame Senkgeschwindigkeit ≤ 2 m/s). Alle 10 m am Turmmast sind Richtungsanzeiger angebracht. An der Turmspitze befinden sich eine Windgeschwindigkeits-Warnleuchte und ein Hindernisbefeuerungslicht. Das Bedienpersonal sollte regelmäßig Notfall-Evakuierungsübungen durchführen.

F: Welche Zugangssysteme bietet Kelude bei Turmkranen an?

A: Die senkrechte Leiter am Turmmast ist mit einem Absturzsicherungssystem ausgestattet, dazu gehören Übergangsplattformen an jedem Normsegment, Wartungsbühnen an den Verankerungen, ein rutschfester Laufsteg am Ausgleichsarm, eine Wartungsbühne an der Laufkatze für das Wippen sowie ein Abseilgerät für Notfälle. Die gesamte Konstruktion & Fertigung erfolgt nach ISO 11660-3:2008.

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