Kelude Export-Bilanz H1 2026: Südostasien +29 %, CE-Durchbruch

Kerndaten

Im ersten Halbjahr 2026 setzte Kelude Schwerindustrie sein starkes Exportwachstum fort – die Exportaufträge stiegen im Jahresvergleich um 29 %, der Exportanteil am Gesamtumsatz überschritt erstmals die Marke von 35 %. Alle drei Kernmärkte verzeichneten Zuwächse: Südostasien legte solide zu, im Nahen Osten wurde mit der doppelten Zulassung nach SABER + CE der Zugang zu Saudi-Arabien geschafft, und in Zentralasien sicherte sich das Unternehmen die EAC-Zertifizierung (Eurasische Wirtschaftsunion) – und schloss damit die Marktlücke, die russische Hersteller nach ihrem Rückzug hinterlassen hatten. Über 80 % der exportierten Maschinen entsprechen der europäischen Norm (FEM/DIN); kompletter Frequenzumrichterantrieb, elektronische Pendeldämpfung und hartverzahntes Getriebe gehören inzwischen zur Serienausstattung aller Exportmodelle.

Kelude Exportbilanz 1. Halbjahr 2026

Südostasien: Japanische und koreanische Werke setzen auf EU-Norm

Südostasien (Vietnam, Indonesien, Thailand, Malaysia) bleibt das Fundament des Kelude-Exportgeschäfts und trug rund 45 % zum Exportumsatz des ersten Halbjahres bei. Das Wachstum in dieser Region speist sich aus zwei Quellen: zum einen der Bedarf neuer Fabriken im Zuge der Verlagerung von Fertigungskapazitäten (Textil, Elektronik, Automobilteile), zum anderen die wachsende Akzeptanz EU-normgerechter Krane bei japanischen und koreanischen Investoren. Während diese Werke früher ausschließlich auf Krane von Kobe Steel oder Doosan setzten, konnten sich die Modelle LHX und QDX von Kelude dank CE-Zertifizierung, komplettem Frequenzumrichterantrieb und einer Lieferzeit von 3 bis 4 Monaten (japanische und koreanische Marken benötigen in der Regel 6 bis 8 Monate) in mehreren Elektronik- und Automobilteilewerken japanischer und koreanischer Investoren durchsetzen.

Hauptmodelle: LHX-Elektrokettenzug-Zweiträgerkrane und QDX-Hubwerk-Zweiträgerkrane nach europäischer Norm im Bereich 10t bis 50t, ausgelegt für allgemeine Betriebsbedingungen. Der größte Einzelauftrag in Vietnam umfasste 12 Zweiträgerkrane mit 32t Tragfähigkeit für einen chinesischen Textilindustriepark.

Naher Osten: SABER- und CE-Zertifizierung öffnen den saudischen Markt

Der Nahe Osten war der größte Erfolgsfaktor des ersten Halbjahres. Die saudische Vision 2030 treibt Megaprojekte wie NEOM, die Rotmeer-Tourismusprojekte und die Stadien für den Asien-Cup 2027 voran – mit einem klaren Bedarf an Zweiträger-Brückenkranen nach europäischer Norm im Bereich 50t bis 150t sowie an Portalkranen mit großer Spannweite. Kelude hat im ersten Halbjahr die doppelte Zulassung nach SABER (Saudi Product Safety Program) und CE abgeschlossen und gehört damit zu den wenigen chinesischen Herstellern EU-normgerechter Krane, die für Ausschreibungen in Saudi-Arabien qualifiziert sind.

Der SABER-Zertifizierungsprozess dauerte rund 5 Monate (Werksaudit, Produkttests, Dokumentenprüfung). Mit der Zertifizierung kann Kelude bei Regierungsprojekten und Ausschreibungen staatlicher Unternehmen in Saudi-Arabien nun auf Augenhöhe mit europäischen Marken wie DEMAG und Konecranes konkurrieren. Bereits im ersten Halbjahr wurde ein Auftrag über 6 Zweiträger-Brückenkrane mit 100t Tragfähigkeit für ein Ölfeldprojekt im Irak erteilt; die ersten Vorführmodelle für den saudischen Markt befinden sich in der Produktion.

Zentralasien: EAC-Zertifizierung schließt Lücke nach Abzug russischer Marken

Zentralasien (Kasachstan, Usbekistan) war im ersten Halbjahr die am schnellsten wachsende Region – die Auftragseingänge stiegen um über 50 % im Jahresvergleich. Der Haupttreiber: Die Marktlücke, die russische Kranhersteller nach ihrem Rückzug aus Zentralasien hinterlassen haben, wird rasch von chinesischen Marken gefüllt. Kelude hat im ersten Halbjahr die EAC-Zertifizierung (Eurasische Wirtschaftsunion) erhalten – eine Pflichtzulassung für den Marktzugang in Russland, Kasachstan, Belarus, Armenien und Kirgisistan, vergleichbar mit der CE-Kennzeichnung in der EU.

Hauptmodelle: allgemeine Brückenkrane im Bereich 20t bis 50t (QD-Typ nach nationaler Norm und LHX-Typ nach EU-Norm), schwerpunktmäßig für Bergbau und Infrastruktur. Ein Kupferbergwerk in Kasachstan hat 4 Zweiträgerkrane mit 32t Tragfähigkeit nach EU-Norm für seine Aufbereitungswerkstatt bestellt.

Exportübersicht der drei Kernmärkte im Vergleich

MarktExportanteilHauptmodellZertifizierungsanforderungenKernvorteile
Südostasien~45%10t~50t LHX/QDXCE / GBJapan/Korea Werkszulassung+Lieferzeit3~4Monat
Naher Osten~30%50t~150t Zweiträger+PortalhubwerkCE + SABERZertifizierung Vollständiges Sortiment+Preisvorteil40~50%
Zentralasien~20%20t~50t QD/LHXEACSchließung der Lücke russischer Marken+Schienentransport
Sonstige~5%SondermodellNach BedarfSüdamerika/Afrika Vorab-Sondierung

Exportdienstleistungen und internationale Servicekapazitäten

Internationales Servicenetz: Im ersten Halbjahr wurden autorisierte Service-Stützpunkte in Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) und Jakarta (Indonesien) eingerichtet – jeweils in Kooperation mit lokalen Unternehmen für Hebegeräte. Dort sind gängige Ersatzteile wie Getriebedichtungen, Bremsreibbeläge und Module für Frequenzumrichter bevorratet, sodass bei häufigen Störungen eine Reaktionszeit von 48 Stunden gewährleistet ist. Der Nahe Osten und Zentralasien werden derzeit über ein ferngesteuertes CMS-Diagnosesystem sowie regelmäßige Inspektionen abgedeckt; für die zweite Jahreshälfte 2026 ist die Eröffnung eines Servicezentrums in Dubai geplant.

Exportkreditversicherung: Über die Sinosure-Exportkreditversicherung sind 37 Kategorien schwerer Maschinen mit einem Prämienrahmen von 980 Mio. CNY abgesichert. Die Versicherung deckt politische Risiken sowie Zahlungsausfälle des Käufers ab und sichert so den Zahlungseingang aus dem Auslandsgeschäft.

Häufige Fragen zu Exportaufträgen

F: Wie sind die Zahlungsbedingungen bei Exportaufträgen abgesichert?

A: Der Standardvertrag sieht 30 % Vorauszahlung, 60 % vor Versand und 10 % Restzahlung nach Abnahme vor. Bei Großprojekten akzeptieren wir unwiderrufliche Akkreditive (L/C). Zusätzlich besteht eine Exportkreditversicherung über Sinosure. Seit drei Jahren Exporttätigkeit gab es keine Zahlungsausfälle.

F: Worin unterscheiden sich SABER- und CE-Zertifizierung?

A: Die CE-Zertifizierung ist in der EU verpflichtend und fokussiert auf Sicherheit und Umweltschutz. SABER ist die spezifische Zertifizierung für Saudi-Arabien und ergänzt die CE-Anforderungen um Energieeffizienz- und lokale Normvorgaben. Unternehmen mit CE-Zertifizierung können das SABER-Verfahren um rund 40 % verkürzen.

F: Wie werden Verpackung und Transport der Exportkrane gelöst?

A: Haupt- und Kopfträger werden in vollständig geschlossener, feuchtigkeitsgeschützter Seefrachtverpackung geliefert – bestehend aus Rostschutzgrundierung, Seefrachtwachs, Feuchtigkeitsschutzfolie und Stahlrahmen. Elektroschränke und Frequenzumrichter werden in separaten Holzkistenverpackungen mit Trockenmittel versandt. Standard-Seefrachtzeiten: 7–12 Tage nach Südostasien, 18–25 Tage in den Nahen Osten; nach Zentralasien per Bahntransport ca. 15–20 Tage.

F: Gilt für Exportprodukte dieselbe Garantie wie im Inland?

A: Die Garantiezeit beträgt 18 Monate für die gesamte Maschine (identisch mit dem Inlandsstandard) und 5 Jahre für Strukturbauteile. Darüber hinaus erhalten internationale Kunden Zugang zum ferngesteuerten CMS-Diagnosesystem, das den Kranbetrieb in Echtzeit überwacht und Störungswarnungen sowohl an das Kelude-Technologiezentrum als auch an das Mobilgerät des Kunden sendet. Während der Garantiezeit wird halbjährlich eine Inspektion durchgeführt.

Datenquelle: Abteilung Internationaler Handel, Kelude Schwerindustrie, H1 2026

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