ISO 24037:2020 Normeninterpretation: Kranführer-Qualifikation
Die Norm ISO 24037:2020 „Krane – Kompetenzbewertung von Kranführern“ legt das Verfahren zur Bewertung der Fähigkeiten von Kranführern fest. Sie definiert die theoretische Prüfung, die praktische Fertigkeitsbewertung sowie die Methode der Gesamtbeurteilung, um sicherzustellen, dass Kranführer über die notwendige Kompetenz für den sicheren Betrieb verfügen.
Bewertungsrahmen für Kranführer-Kompetenz
Der von ISO 24037:2020 etablierte Bewertungsrahmen umfasst vier Dimensionen: theoretisches Wissen (Krankonstruktion und -prinzip, Sicherheitsvorschriften, Lastberechnung sowie relevante Normen), praktische Fertigkeiten (Basisoperationen, komplexe Manöver und spezifische Betriebsbedingungen), Sicherheitsverhalten (Inspektion vor dem Betrieb, Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und Reaktionsfähigkeit in Notsituationen) sowie Einstellung und Professionalität (Verantwortungsbewusstsein, Kommunikations- und Teamfähigkeit, Sicherheitsbewusstsein). Das Ergebnis wird in drei Stufen eingeteilt: „Bestanden“ (befähigt zum selbstständigen Betrieb), „Schulung erforderlich“ (teilweise Defizite, Nachschulung nötig) und „Nicht bestanden“ (nicht qualifiziert, erneute Schulung erforderlich).
Die Bewertung gilt für neue Kranführer (müssen vor Arbeitsbeginn eine vollständige Schulung und Bewertung absolvieren), aktive Kranführer (Wiederholungsbewertung alle 2 Jahre) sowie für Kranführer bei einem Wechsel der Kranart (bei Umstieg auf einen anderen Krantyp ist eine erneute Bewertung erforderlich). Die Norm verlangt zudem, dass die Bewertung von einem unabhängigen, zertifizierten Prüfer durchgeführt wird (eine dritte Partei, nicht von der Schulungseinrichtung oder dem Arbeitgeber gestellt), um Objektivität und Fairness zu gewährleisten.
Theoretische Prüfung: Inhalte und Ablauf
Die theoretische Prüfung umfasst folgende Inhalte: Grundlagenwissen über Krane (Typen, Aufbau und Funktionsprinzip, Gewichtung 15 %), Sicherheitsvorschriften (tägliche Prüfpunkte, Betriebsverfahren, Verbote, Gewichtung 25 %), Lasten und Parameter (Interpretation der Traglasttabelle, Bestimmung der Nenntragfähigkeit, Sicherheitsfaktor, Gewichtung 20 %), Signale und Kommunikation (Handsignale, akustische Signale, Verfahren der drahtlosen Kommunikation, Gewichtung 15 %), Normen und Vorschriften (einschlägige ISO-Normen und lokale gesetzliche Anforderungen, Gewichtung 15 %) sowie Notfallmanagement (Umgang mit häufigen Störungen und Notsituationen, Gewichtung 10 %).
Die Prüfung wird als schriftliche Prüfung ohne Hilfsmittel durchgeführt (Multiple-Choice-Fragen 40 %, Richtig/Falsch-Aufgaben 20 %, Kurzantwortfragen 40 %). Die Prüfungsdauer beträgt mindestens 90 Minuten, und die Bestehensgrenze liegt bei 80 Punkten. Der Prüfungsinhalt muss auf den Schulungskurs für den jeweiligen Zielkrantyp abgestimmt sein. Die theoretische Prüfung ist 2 Jahre gültig; vor Ablauf ist eine Auffrischungsschulung und erneute Prüfung erforderlich. Kelude bietet Schulungskurse und eine umfangreiche Aufgabensammlung für die theoretische Prüfung von Kranführern an.
| Prüfungsfach | Inhalt | Anteil | Zulässigkeitskriterien |
|---|---|---|---|
| Grundlagenwissen | Typ/Aufbau/Funktionsprinzip | 15% | ≥80Punkte |
| Sicherheitsvorschriften | tägliche Inspektion/Bedienung/Verbot | 25% | ≥80Punkte |
| LastParameter | Traglasttabelle/TragfähigkeitBerechnung | 20% | ≥80Punkte |
| Signalverständigung | Handzeichen/Pfiffsignal/Funkfernsteuerung | 15% | ≥80Punkte |
| NormVorschriften | ISO/national/branchenspezifisch | 15% | ≥80Punkte |
| Notfallmaßnahmen | Störung/Notsituation | 10% | ≥80Punkte |
Praktische Prüfung der Bedienerqualifikation
Die praktische Prüfung umfasst folgende Bereiche: Grundoperationen (unabhängiges Heben, Senken, Drehen, Wippen und Fahren – jeweils in vorgegebener Zeit auszuführen, mit einer Positionsabweichung der hängenden Last von ≤100 mm), kombinierte Operationen (gleichzeitige Bedienung von 2–3 Bewegungen, z. B. Drehen mit gleichzeitigem Heben oder Wippen mit gleichzeitigem Drehen, mit flüssigem und koordiniertem Bewegungsablauf), anspruchsvolle Betriebsbedingungen (Anschlagen in beengten Räumen, Schwergut-Anschlagen, Präzisions-Anschlagen sowie Anschlagen im Team) sowie Notbetrieb (Not-Aus, Fehlerbeseitigung und manuelle Freigabe).
Die praktische Prüfung wird nach einem Punktesystem bewertet – für jede Prüfungsaufgabe gelten festgelegte Bestehenskriterien und Bewertungsrichtlinien (Betriebsvorschriften 40 %, Genauigkeitskennwerte 30 %, Zeiteffizienz 20 %, Sicherheitsverhalten 10 %). Eine Einzelaufgabe gilt mit mindestens 80 % der erreichbaren Punktzahl als bestanden; die Gesamtbewertung muss mindestens 85 % betragen. Die praktische Prüfung ist in einer realen oder simulierten Arbeitsumgebung durchzuführen (ein Simulator kann als Hilfsmittel eingesetzt werden, ersetzt jedoch nicht die Prüfung am realen Kran). Die gesamte Prüfung wird per Video aufgezeichnet und mindestens 3 Jahre archiviert.
Prüfbericht und Zertifikat
Nach Abschluss der Prüfung erstellt der Prüfer einen Prüfbericht mit folgenden Angaben: Grunddaten des Bedieners (Name, Personalausweisnummer, Arbeitgeber), geprüfter Krantyp (Marke, Typ und Spezifikation), Prüfergebnisse (Theoriepunktzahl, Einzelergebnisse der praktischen Prüfung und Gesamtklasse), Prüfvermerk (Festlegung der Kranmodelle, für die eine eigenständige Bedienung bestätigt wird) sowie Gültigkeitsdauer des Zertifikats (2 Jahre). Der Prüfbericht wird vom Prüfer unterschrieben und vom Prüfinstitut gestempelt. Vor Ablauf der Gültigkeitsdauer muss der Bediener eine Auffrischungsschulung absolvieren und die erneute Prüfung bestehen, um das Zertifikat zu verlängern.
Kelude bietet Kranbetreibern einen umfassenden Bewertungsservice für die Bedienerqualifikation an – durchgeführt von zertifizierten Prüfern gemäß ISO 24037:2020, inklusive Prüfbericht und Qualifikationszertifikat. Darüber hinaus werden Schulungskurse für die jeweiligen Krantypen angeboten, die den Bedienern eine gezielte Vorbereitung auf die Qualifikationsprüfung ermöglichen.
| Praktische Prüfungsaufgabe | Bewertungskriterium | bestandenNorm | Bewertungsgewichtung |
|---|---|---|---|
| Grundbedienung | Heben / Anheben/Drehen/Fahren | Abweichung≤100mm | 30% |
| Kombinationsbedienung | gleichzeitig2~3Bewegungen | koordiniert und flüssig | 25% |
| bestimmtBetriebsbedingungen | eng/Schwertransport/Präzisionslast | SpezialaufgabeNorm | 25% |
| Notbetrieb | Not-Halt/Störung/Absetzen | korrekt und zügig | 20% |
Häufige Fragen zur Kranführer-Zertifizierung
F: Welche Bewertungskriterien legt ISO 24037:2020 zugrunde?
A: Die Bewertung erfolgt in vier Dimensionen: theoretisches Wissen, praktische Fertigkeiten, Sicherheitsverhalten sowie Einstellung und Professionalität. Es gibt drei Ergebnisstufen: bestanden, nachschulungspflichtig und nicht bestanden. Das Verfahren gilt für Neueinsteiger, turnusmäßige Wiederholungsprüfungen (alle 2 Jahre) sowie für Kranführer, die auf einen anderen Maschinentyp umsteigen. Die Bewertung muss von einem unabhängigen externen Prüfer durchgeführt werden.
F: Welche Inhalte umfasst die theoretische Prüfung und ab wann gilt sie als bestanden?
A: Die Prüfung gliedert sich wie folgt: Kranfundament 15 %, Sicherheitsvorschriften 25 %, Lastparameter 20 %, Signalverständigung 15 %, Normen und Vorschriften 15 % sowie Notfallmaßnahmen 10 %. Die Prüfung wird als geschlossene Klausur mit einer Mindestdauer von 90 Minuten durchgeführt. Zum Bestehen sind mindestens 80 Punkte erforderlich. Das Prüfungsergebnis ist 2 Jahre gültig.
F: Wie wird die praktische Prüfung bewertet?
A: Die Bewertung erfolgt punktuell nach folgenden Kriterien: Einhaltung der Betriebsvorschriften 40 %, Genauigkeit der Kennwerte 30 %, Zeiteffizienz 20 % und Sicherheitsverhalten 10 %. Einzelne Kriterien müssen zu mindestens 80 % erfüllt sein, die Gesamtbewertung muss mindestens 85 % erreichen. Die Prüfung wird an einem realen Kran durchgeführt (Simulator als Ergänzung) und zur Dokumentation vollständig auf Video aufgezeichnet; die Aufzeichnungen werden mindestens 3 Jahre aufbewahrt.
F: Wie lange ist das Zertifikat gültig?
A: Das Zertifikat ist 2 Jahre gültig. Vor Ablauf der Gültigkeitsdauer muss eine Auffrischungsschulung absolviert und die Wiederholungsprüfung bestanden werden, um das Zertifikat zu verlängern. Bei einem Wechsel auf einen anderen Maschinentyp ist eine vollständige Neubewertung erforderlich. Kelude bietet sowohl die Durchführung von Befähigungsbewertungen als auch entsprechende Schulungskurse an.