Begriffe und Definitionen für Auslegerkrane nach Norm ISO 4306

DIN ISO 4306-4:2010-08 „Krane – Terminologie – Teil 4: Auslegerkrane“ ist die maßgebliche Terminologienorm für Auslegerkrane. Die Norm legt die spezifischen Begriffe und Definitionen für Portalwippdrehkrane, Mastkrane, Schwimmkrane, Deckskrane, Schwenkkrane und Schienenkrane fest und entspricht ISO 4306-4:1995 (MOD).

DIN ISO 4306-4 ist der vierte Teil der Normenreihe „Krane – Terminologie“ und definiert die Fachbegriffe für Auslegerkrane.

DIN ISO 4306-4 Terminologie für Auslegerkrane


Normative Einordnung und Terminologiesystem

DIN ISO 4306-4 ist der vierte Teil der Normenreihe „Krane – Terminologie“ und standardisiert die Fachbegriffe für Auslegerkrane. Die Gruppe der Auslegerkrane umfasst zahlreiche Bauarten mit erheblichen strukturellen Unterschieden – vom Portalwippdrehkran über den Schwimmkran bis zum Mastkran. Die jeweiligen Terminologiesysteme weisen sowohl Gemeinsamkeiten als auch typspezifische Besonderheiten auf. Die Norm enthält rund 160 Fachbegriffe für Auslegerkrane, gegliedert in sechs Kategorien: Gerätetypen, Hauptstruktur, Mechanismen und Einrichtungen, Sicherheitseinrichtung, Leistungsparameter sowie Betriebsbegriffe. Eine einheitliche Terminologie ist für den technischen Austausch und das Sicherheitsmanagement in Werften, Häfen und bei der Montage schwerer Anlagen von zentraler Bedeutung.

Begriffe für Gerätetypen

Die Norm definiert die Begriffe für die verschiedenen Auslegerkran-Bauarten: Portalwippdrehkran – ein Kran, der auf einer Portalstruktur montiert ist und über ein drehbares Auslegersystem verfügt; unter dem Portalunterbau können Schienen- oder Straßenfahrzeuge hindurchfahren. Mastkran – ein Kran, dessen Ausleger an einem drehbaren Mast (Hauptsäule) befestigt ist; der Mast wird über Abspannseile stabilisiert. Schwimmkran – ein auf einem Schiff oder Ponton montierter Kran für den Hafenumschlag und Hubevorgänge auf dem Wasser. Deckskran – ein drehbarer Auslegerkran auf dem Schiffsdeck, der für den Umschlag der eigenen Ladung verwendet wird. Schwenkkran – ein ortsfester Auslegerkran (Wand- oder Säulenausführung) mit drehbarem Ausleger bei fester oder verstellbarer Ausladung. Schienenkran – ein Kran, der auf einem Eisenbahnfahrgestell montiert ist und auf Schienen fahren und arbeiten kann.

Portalwippdrehkran
Portalrahmen + Drehausleger, Fahrzeuge passieren darunter
Mastkran
Abspannseil-Stabilisierung, Montage am Boden oder auf Schiffen
Schwimmkran
Schiffsrumpf/Ponton, Hubeinsätze im Hafenbereich
Deckskran
Schiffsgebundener Ladungsumschlag, Drehausleger
Schwenkkran
Wand-/Säulenbefestigung, Arbeiten bei kleiner Ausladung
Schienenkran
Fahrwerk auf Schienen, Bergungs- und Gleisbauarbeiten

Begriffe für die Hauptstruktur

Die Norm präzisiert die Begriffe für die wichtigsten Strukturbauteile von Auslegerkranen: Portalrahmen – die kranspezifische Portalstruktur des Portalwippdrehkrans, bestehend aus Portalbeinen, Querträgern und Kreuzstreben; sie nimmt die gesamte Last der darüberliegenden Drehbühne auf. Auslegersystem – bestehend aus Hauptausleger, ggf. Hilfsausleger sowie den zugehörigen Zugstangen oder Abspannseilen. Drehbühne – das drehbare Strukturbauteil, das Ausleger, Hubwerk, Wippwerk und Gegengewicht trägt und über die Drehverbindung mit dem Unterbau bzw. Portalrahmen verbunden ist. Gegengewicht – eine Masse am hinteren Ende der Drehbühne oder am Ausgleichsarm, die einen Teil des Lastmoments ausgleicht und das Kippmoment des Krans reduziert. Abspannseil – Drahtseile zur Stabilisierung des Mastes bei Mastkranen, in der Regel mindestens 4 Stück gleichmäßig verteilt. Bodenanker – der Befestigungspunkt der Abspannseile, im Erdreich versenkt oder auf einem Gegengewichtsblock montiert.

Begriffe für Mechanismen und Sicherheitseinrichtung

Die Norm legt die Begriffe für Mechanismen und Sicherheitseinrichtung von Auslegerkranen fest: Wippwerk – die Einrichtung zur Veränderung der Ausladung des Auslegers (Seilwippwerk, Zahnstangenwippwerk oder Hydraulikzylinder-Wippen). Greifer – ein Lastaufnahmemittel mit zwei Schalen für den Schüttgutumschlag; das Greifen und Entleeren erfolgt durch die gekoppelte Bewegung von Hub- und Schließtrommel. Lastmomentbegrenzer – eine kombinierte Sicherheitseinrichtung, die Tragfähigkeit und Ausladung gemeinsam überwacht (für Auslegerkrane vorgeschrieben). Ausladungsbegrenzer – eine Sicherheitseinrichtung, die verhindert, dass der Ausleger die maximale oder minimale zulässige Ausladung überschreitet. Rückkippsicherung – eine mechanische oder hydraulische Einrichtung, die ein Zurückkippen des Auslegers über die Endlage hinaus bei Leerlauf oder leichter Last verhindert. Senkbremsventil – ein Hydrauliksteuerventil im hydraulischen Wippwerk, das eine zu hohe Senkgeschwindigkeit des Auslegers verhindert. Im technischen Austausch bei Kelude Schwerindustrie werden die technischen Merkmale von Auslegerkranen durchgängig mit der Normterminologie nach DIN ISO 4306-4 beschrieben.


Terminologieübersicht für Auslegerkrane

Die folgende Vergleichstabelle fasst die zentralen Begriffskategorien für Auslegerkrane zusammen und dient als Referenz für Auswahl und Betrieb.

Kelude Industrieausrüstung

Kelude ist ein Hersteller von Industrieausrüstung mit Fokus auf Hebe- und Fördertechnik. Das Unternehmen bietet eine breite Palette an Ausrüstung für den Einsatz in Fabriken, Lagerhallen und auf Baustellen. Die Produkte sind darauf ausgelegt, den Anforderungen des täglichen Industriebetriebs standzuhalten und dabei höchste Sicherheit und Effizienz zu gewährleisten.

Umfassende Lösungen für industrielles Heben

Das Sortiment umfasst verschiedene Typen von Brückenkranen, Portalkranen sowie Elektroseilzüge. Die Ausrüstung wird nach internationalen Standards gefertigt und eignet sich für unterschiedliche Lastanforderungen. Typische Einsatzbereiche sind die Metallverarbeitung, die Automobilindustrie sowie allgemeine Fertigungs- und Logistikprozesse.

Technische Merkmale und Sicherheitsstandards

Die Krane sind mit moderner Steuerungstechnik ausgestattet, die ein präzises Positionieren der Lasten ermöglicht. Sicherheitsfunktionen wie Überlastschutz, Not-Aus-Systeme und sanfte Anfahr- und Bremsvorgänge sind integraler Bestandteil der Konstruktion. Die Konstruktion erfolgt in Anlehnung an die DIN 15018 sowie die EN 13000, um einen sicheren Betrieb unter anspruchsvollen Bedingungen zu gewährleisten.

Anpassung an kundenspezifische Anforderungen

Über die Standardmodelle hinaus bietet Kelude maßgeschneiderte Lösungen. Je nach Einsatzort und Prozessanforderung können Spannweite, Hubhöhe und Steuerungsoptionen individuell angepasst werden. Auch Sonderausführungen für explosionsgefährdete Bereiche oder mit speziellen Korrosionsschutzbeschichtungen sind verfügbar.

Service und Support im DACH-Raum

Kelude unterstützt Kunden im gesamten DACH-Raum – von der ersten Planung über die Installation bis hin zur Wartung. Ein erfahrenes Serviceteam sorgt für kurze Reaktionszeiten und eine hohe Verfügbarkeit der Anlagen. Regelmäßige Inspektionen und vorbeugende Wartungsarbeiten tragen zur Verlängerung der Lebensdauer der Ausrüstung bei.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Bietet Kelude auch Wartungsverträge für Krane an?

A: Ja, es stehen verschiedene Wartungs- und Servicepakete zur Verfügung, die auf die jeweilige Anlage und Einsatzintensität zugeschnitten sind.

F: Sind die Krane für den Außeneinsatz geeignet?

A: Ja, bestimmte Modelle sind speziell für den Außeneinsatz konstruiert und mit entsprechendem Wetterschutz ausgestattet.

F: Wie lange beträgt die Lieferzeit für einen Standardkran?

A: Die Lieferzeit hängt von der Konfiguration ab und wird individuell mit dem Kunden abgestimmt.

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TerminologiekategorieKernterminusDefinitionsbeschreibungEnglische Entsprechung
KonstruktionAusleger/Portalrahmen/DrehbühneTragfähigkeit undDrehwerkboom
WippenWippwerk/WippenZugstangeVeränderungArbeitsradiusluffing
DrehenDrehverbindung/DrehwerkDrehungBewegungslewing
SicherheitseinrichtungLastmomentbegrenzer/RückkippsicherungÜberlastschutzsafety device

Häufige Fragen

F: Worin unterscheiden sich „Portalwippdrehkran“ und „Portalkran“ gemäß GB/T 6974.4-2008?
A: Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt. Der „Portalkran“ (definiert in GB/T 6974.5) ist ein Kran, dessen Brückenträger über Stützbeine auf bodengebundenen Schienen abgestützt wird (umgangssprachlich auch als „Portalhubkran“ bekannt). Der Brückenträger bleibt dabei horizontal, und die Laufkatze verfährt auf ihm, um die horizontale Bewegung zu realisieren. Der „Portalwippdrehkran“ (definiert in GB/T 6974.4) ist dagegen ein Kran mit Portalrahmen und drehbarem Ausleger. Der Raum unterhalb des Portalunterbaus dient als Durchfahrt, während der Ausleger um das Drehzentrum schwenkt, um den Arbeitsbereich abzudecken. Kurz zusammengefasst: Beim Portalkran bewegt sich die Last zweidimensional unterhalb des Brückenträgers, während beim Portalwippdrehkran die Last durch Drehen und Wippen des Auslegers dreidimensional positioniert wird. Es handelt sich um zwei grundlegend verschiedene Bauformen.
F: Wie verhalten sich Kippmoment und Lastmoment bei einem Auslegerkran zueinander?
A: Das Lastmoment (M_l) ergibt sich aus dem Produkt von Tragfähigkeit (Q) und Ausladung (R) und beschreibt das Drehmoment, das die angeschlagene Last auf die Drehachse ausübt. Das Kippmoment (M_o) ist das resultierende Moment aus dem Lastmoment zuzüglich des Moments aus dem Eigengewicht des Auslegersystems abzüglich des Stabilisierungsmoments aus dem Gegengewicht. Es wirkt auf das Maschinenfundament bzw. die Drehverbindung und kennzeichnet die Tendenz des Krans zum Umkippen. Das Lastmoment stellt mit etwa 60 % bis 80 % den Hauptanteil des Kippmoments dar, während sich das Moment aus dem Eigengewicht des Auslegersystems und das Stabilisierungsmoment aus dem Gegengewicht teilweise kompensieren. Die Konstruktion des Krans erfordert, dass das Stabilisierungsmoment mindestens das 1,15- bis 1,25-fache des Kippmoments beträgt (abhängig von Betriebsbedingungen und Lastkombination), um ein Umkippen zuverlässig auszuschließen.
F: Welche Wipparten gibt es bei Auslegerkranen?
A: Gemäß DIN 15018 werden beim Auslegerkran drei Wipparten unterschieden: 1) Seilwippwerk – über eine Seilwinde wird das Wippseil ein- bzw. ausgefahren, wodurch sich der Auslegerwinkel ändert. Diese Bauweise ist einfach konstruiert, jedoch wird die Wippgeschwindigkeit durch die Lebensdauer des Drahtseils begrenzt. Sie gilt für mittlere und kleine Portalwippdrehkrane sowie Schwimmkrane. 2) Zahnstangenwippen – ein Zahnrad-Ritzel-Getriebe schwenkt den Ausleger. Diese Variante bietet hohe Steifigkeit und präzise Wipppositionierung und eignet sich für große Portalwippdrehkrane. 3) Hydraulikzylinder-Wippen – der Hydraulikzylinder verändert über sein Teleskopieren direkt den Auslegerwinkel. Die kompakte Bauweise ermöglicht eine flexible Steuerung; sie gilt für Mastkrane und ausgewählte kleine Portalwippdrehkrane. Alle drei Verfahren haben spezifische Vor- und Nachteile. Die Auswahl erfolgt anhand der Tragfähigkeit, der geforderten Wippgeschwindigkeit und der Genauigkeitsanforderungen.
F: Was versteht man unter einer „Rückkippsicherung“ und warum ist sie erforderlich?
A: Die Rückkippsicherung ist eine kranspezifische Sicherheitseinrichtung. Bei Leerlauf oder Leichter Last kann die Resultierende aus Gegengewicht und Eigengewicht des Auslegersystems dazu führen, dass der Ausleger über die Maximale Ausladung hinaus nach hinten kippt (Rückkippen). Dies kann zum Anprall des Auslegers an den Turmmast oder die Portalstruktur führen und schwere strukturelle Schäden bis hin zum Einsturz verursachen. Die Rückkippsicherung ist entweder mechanisch (Endanschlag, Federdämpfer) oder hydraulisch (Hydraulikzylinder mit Verriegelung) ausgeführt. Nähert sich der Ausleger der Maximalen Ausladung, greift die Rückkippsicherung automatisch ein und begrenzt die weitere Rückwärtsbewegung. Im Rahmen der Täglichen Prüfung ist die einwandfreie Funktion der Rückkippsicherung sowie die korrekte Endschalterposition zu verifizieren.

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