JB/T 23202-2008 Normeninterpretation für Portalkrane

JB/T 23202-2008 „Getriebe für Allzweck-Portalkrane“ ist die Produktnorm für Sondergetriebe im Portalkranbau. Die Norm legt Klassifizierung, Baugrößen, technische Anforderungen und Prüfverfahren für Portalkran-Getriebe fest. Sie gilt für Stirnradgetriebe, die in Kranfahr- und Katzfahrwerken sowie in Teilen des Hubwerks von Allzweck-Portalkranen eingesetzt werden.

JB/T 23202-2008 ist die Branchennorm für Getriebe in Allzweck-Portalkranen. Sie definiert die Klassifizierung, technische Anforderungen, Prüfverfahren und Prüfregeln für Sondergetriebe im Portalkranbau. Die Getriebe werden in Brückenfahrwerk-Getriebe und Hubwerk-Getriebe unterteilt; ihre Zuverlässigkeit und Lebensdauer bestimmen maßgeblich die Betriebsleistung des Portalkrans.

JB/T 23202-2008


Getriebetypen und Auswahlkriterien

JB/T 23202-2008 unterscheidet die Getriebe für Portalkrane nach ihrem Einsatzgebiet: Hubwerk-Getriebe – sie reduzieren die hohe Motordrehzahl auf die langsame Trommeldrehung, um das Hubdrehmoment zu erzeugen; eingesetzt werden Stirnradgetriebe der Bauart QJ oder QY. Brückenfahrwerk-Getriebe – sie treiben die Laufräder der Kranbrücke an; üblich sind Kompaktgetriebe (integrierte Einheit aus Motor, Bremse und Getriebe) oder senkrechte Getriebe der Bauart ZSC.

Katzfahrwerk-Getriebe – sie bewegen die Laufkatze entlang des Hauptträgers; hier kommen kleinere Getriebe zum Einsatz. Die Auswahl des Getriebetyps richtet sich nach der Triebwerksgruppe des Portalkrans: Für Triebwerksgruppen unterhalb der Stufe A5 werden QJ-Getriebe mit weichen Zahnflanken gewählt (Zahnräder vergütet, HB280–320). Für Triebwerksgruppen ab Stufe A6 sind QY-Getriebe mit gehärteten Zahnflanken vorgeschrieben (Zahnräder einsatzgehärtet, HRC58–62).

Technische Anforderungen und Parameter

Die zentralen technischen Anforderungen der Norm: Wirkungsgrad – hartverzahnte Getriebe ≥ 94 %, Getriebe mit weichen Zahnflanken ≥ 92 %. Lärmgrenzwert – ≤ 85 dB(A). Verzahnungsgenauigkeit – das Tragbild muss in Zahnrichtung ≥ 50 % und in Zahnbreitenrichtung ≥ 60 % (QJ) bzw. ≥ 70 % (QY) betragen. Lebensdauer des Lagers – Hubwerk ≥ 10.000 h, Fahrwerk ≥ 15.000 h.

Übertemperatur – bei Dauerbetrieb unter Nennbedingungen bis zum thermischen Gleichgewicht darf die Ölsumpftemperatur 80 °C und die Übertemperatur 60 K nicht überschreiten. Sicherheitsfaktor – für die Zahnflanken-Dauerfestigkeit gilt SH ≥ 1,25 (QJ) bzw. ≥ 1,3 (QY), für die Zahnfuß-Dauerfestigkeit SF ≥ 1,5 (QJ) bzw. ≥ 1,6 (QY).

Schmierung und Wartung

Schmierstoffanforderungen: Für hartverzahnte Getriebe sind die Getriebeöle L-CKD320 oder L-CKD460 vorgeschrieben, für Getriebe mit weichen Zahnflanken L-CKC320 oder L-CKC460. Der erste Ölwechsel erfolgt nach 500 Betriebsstunden, danach alle 5.000 Betriebsstunden oder alle 12 Monate (je nachdem, was zuerst eintritt). Bei jedem Ölwechsel sind Ölsumpf und Magnetölstopfen zu reinigen. Der Ölstand muss zwischen der unteren und oberen Markierung des Ölschauglases liegen.

Wartungsintervall: Bei jeder Schicht sind das Getriebe auf ungewöhnliche Geräusche und Vibrationen, den Ölstand und Undichtigkeiten zu prüfen. Alle 2.000 Betriebsstunden sind der Zustand der Zahnflanken (Grübchenbildung, Verschleiß, Freßspuren) und das Lagerspiel zu kontrollieren. Alle 5.000 Betriebsstunden oder jährlich ist das Getriebeöl zu wechseln. Alle 2 Jahre sind die Dichtungen zu erneuern. Alle 5 Jahre oder nach 20.000 Betriebsstunden ist eine Generalüberholung des Getriebes durchzuführen. Kelude bietet Wartungs- und Austauschservices für Portalkran-Getriebe an.

Häufige Störungen und deren Behebung

Grübchenbildung an Zahnflanken – die häufigste Störung bei Getrieben mit weichen Zahnflanken; bei einer Grübchenfläche von ≥ 30 % der Zahnflanke muss das Zahnradpaar ausgetauscht werden. Zahnbruch – sofort stillsetzen und das Zahnrad ersetzen; zu prüfen ist, ob Überlast oder Materialfehler die Ursache waren. Erhöhte Lagertemperatur – ausreichende Schmierung und korrekte Lagerluft prüfen; bei Überschreiten von 80 °C ist das Getriebe stillzusetzen und die Ursache zu ermitteln.

Ölleckagen – Dichtungen auf Alterung, den Entlüfter auf Verstopfung und den Ölstand auf zu hohen Füllstand prüfen. Ungewöhnliche Vibrationen und Geräusche – die Schwingungen in Zahnkampffrequenz sind mit einem Schwingungsmessgerät zu erfassen (bei Drehzahlen ≤ 1.800 min⁻¹ gilt ein Schwingungswert ≤ 0,1 mm als normal). Eine schlechte Wellenausrichtung der Kupplung ist ebenfalls eine häufige Vibrationsursache. Bei Auftreten der genannten Störungen darf das Getriebe nicht weiterbetrieben werden.

Getriebetyp


QJ/QYKranfahrt/Hubwerk/Katzfahrt

Übersetzungsverhältnis


Kranfahrt 20–100Hubwerk 40–200

Antriebsleistung

5,5–200 kW

Verzahnungsgenauigkeit


≥ 7 (hartverzahnt)≥ 8 (weichverzahnt)

Lebensdauer des Lagers


≥ 15.000 h (Kranfahrt)≥ 10.000 h (Hubwerk)

Wirkungsgrad


≥ 94 % (hartverzahnt)≥ 92 % (weichverzahnt)

Kelude Portalkran – Technische Analyse und Anwendung

Der Portalkran von Kelude ist ein zentrales Hebezeugsystem für industrielle Fertigungs- und Logistikprozesse. Dieser Beitrag erläutert die technischen Eigenschaften, die konstruktiven Besonderheiten sowie die Einsatzbereiche der Krananlage – mit Fokus auf die Anforderungen des deutschen und europäischen Marktes.

Konstruktion und Tragwerksauslegung nach DIN 15018

Die Kranbrücke ist als doppelträgerige Schweißkonstruktion ausgeführt und nach DIN 15018 (Tragwerksberechnung) dimensioniert. Die Fahrbahnprofile sind für den Dauerbetrieb mit hoher Taktfrequenz ausgelegt. Die stabile Kastenbauweise gewährleistet eine geringe Verformung auch bei voller Lastausnutzung.

Die Laufkatze ist als kompakte Einheit mit direkt angebautem Hubwerk ausgeführt. Je nach Ausstattung stehen Einfach- oder Doppelhubwerk zur Verfügung. Die Endabschaltung der Katz- und Krangurte erfolgt über berührungslose Näherungsschalter mit Selbstüberwachung.

BauteilAusführungNorm
KranträgerDoppelträger, geschweißtDIN 15018
HubwerkElektroseilzug, polumschaltbarEN 60204-32
KatzfahrwerkZahnradgetriebe, stufenlosISO 4301

Hubwerk und Sicherheitsausstattung

Das Hubwerk arbeitet mit einem mehrstufigen Getriebe und einer selbsthemmenden Lastbremse. Die Senkbremse ist als federbelastete Backenbremse ausgeführt und greift bei Spannungsausfall automatisch. Die Hubendschalter sind als Nockenschalter mit zwei unabhängigen Schaltkreisen realisiert.

Zum Schutz vor Überlast ist ein elektronischer Lastbegrenzer integriert, der bei Erreichen der Nennlast den Hub abschaltet. Die Ansprechschwelle ist werkseitig auf 100 % der Nennlast eingestellt und kann über das Bedienfeld angepasst werden. Alle Sicherheitskreise sind nach EN 60204-32 ausgeführt.

Die Steuerung erfolgt wahlweise über eine Funkfernbedienung mit Not-Halt-Taster oder über ein hängendes Steuergehäuse. Die Geschwindigkeit des Katzfahrwerks ist über einen Frequenzumrichter stufenlos regelbar, was ein präzises Positionieren der Last ermöglicht.

Einsatzbereiche und Branchenlösungen

Der Portalkran eignet sich für den Einsatz in Maschinenbau, Metallverarbeitung und Lagerlogistik. Dank der niedrigen Bauhöhe ist er auch in Hallen mit begrenzter Raumhöhe einsetzbar. Die Ausführung mit Einzelträger ist für leichtere Lasten bis 10 t optimiert, während die Doppelträger-Variante für Lasten bis 50 t ausgelegt ist.

Für den Außeneinsatz ist eine wetterfeste Sonderausführung mit Schutzart IP55 erhältlich. Die Krananlage kann optional mit einem Drehkranz für Schwenkbewegungen oder mit einer speziellen Lastaufnahme für den Spänetransport ausgestattet werden. Die Wartungsintervalle sind auf 500 Betriebsstunden ausgelegt, die Lebensdauer der Seile entspricht der DIN 15020.

Technische Daten im Überblick

ParameterWert
Tragfähigkeit5 t – 50 t
Spannweite10 m – 35 m
Hubgeschwindigkeit2 – 12 m/min
Katzfahrgeschwindigkeit5 – 40 m/min
Krangeschwindigkeit10 – 80 m/min
Betriebsartnach FEM 9.511

Die genauen technischen Daten sind abhängig von der jeweiligen Konfiguration und dem Einsatzprofil. Für eine individuelle Auslegung kontaktieren Sie uns bitte direkt.

Wartung und Service

Die Wartung des Portalkrans umfasst die regelmäßige Prüfung der Seile, Bremsen und Endschalter. Die Schmierstellen sind zentral über eine Druckluftanlage erreichbar. Der Austausch von Verschleißteilen ist dank modularem Aufbau ohne Demontage der Hauptbaugruppen möglich.

Unser Serviceteam bietet Wartungsverträge mit festen Intervallen an. Die Ersatzteilversorgung ist für mindestens 10 Jahre nach Produktionsende sichergestellt. Für die jährliche Prüfung nach EN 13000 stellen wir alle erforderlichen Dokumente bereit.


F: Welche Normen gelten für den Portalkran?A: Die Konstruktion erfolgt nach DIN 15018, die elektrische Ausrüstung nach EN 60204-32. Die Prüfung wird gemäß EN 13000 durchgeführt.

A:
F: Ist der Kran für den Außeneinsatz geeignet?A: Ja, mit der optionalen Wetterschutzausführung (IP55) ist der Kran für den Einsatz im Freien geeignet.

A:
F: Welche Steuerungsoptionen gibt es?A: Es stehen Funkfernbedienung, hängendes Steuergehäuse oder eine Kombination aus beiden zur Verfügung.

GetriebeTypÜbersetzungsverhältnisLeistungBereichanwendbarer Mechanismus
QJ Typweiche Zahnflanke20~2005.5~200kWHubwerk(A5bis)
QY Typgehärtete Zahnflanke20~2007.5~250kWHubwerk(A6ab)
KranbrückeGetriebe20~1005.5~150kWKranfahrwerk
LaufkatzeGetriebe10~501.5~30kWKatzfahrwerk

Häufige Fragen zum Getriebe von Portalkränen

F: Welche Getriebetypen werden bei Portalkränen verwendet und wie wählt man sie aus?

A: Bei Portalkränen kommen je nach Einsatzbereich unterschiedliche Getriebe zum Einsatz: Für das Hubwerk werden QJ- oder QY-Getriebe verwendet. Die Auswahl richtet sich nach der Triebwerksgruppe des Krans – bis zur Stufe A5 kommen QJ-Getriebe mit weichen Zahnflanken zum Einsatz, ab Stufe A6 sind QY-Getriebe mit gehärteten Zahnflanken erforderlich. Für das Kranfahren wird in der Regel ein Drei-in-Eins-Getriebe (Getriebemotor mit integrierter Bremse) oder ein ZSC-Stirnradgetriebe in vertikaler Bauweise verwendet. Das Katzfahren erfolgt über ein kompaktes Fahrgetriebe.

F: Welche Schmierungsanforderungen gelten für die Getriebe?

A: Für das Hubwerk-Getriebe wird Getriebeöl L-CKD320 oder L-CKD460 verwendet (bei gehärteten Zahnflanken) bzw. L-CKC320 (bei weichen Zahnflanken). Für das Brückenfahrwerk-Getriebe kommen L-CKC220 oder L-CKC320 zum Einsatz. Der erste Ölwechsel erfolgt nach 500 Betriebsstunden, danach alle 5.000 Betriebsstunden oder einmal jährlich. Der Ölstand muss sich zwischen der unteren und oberen Markierung des Ölschauglases befinden; die Öltemperatur darf 80 °C nicht überschreiten.

F: Welche typischen Versagensarten treten bei Getrieben auf?

A: Grübchenbildung an den Zahnflanken – häufig bei Getrieben mit weichen Zahnflanken; bei einer Grübchenfläche von ≥ 30 % der Zahnflanke muss das Zahnrad ersetzt werden. Zahnbruch – verursacht durch Überlast oder Materialfehler; das Zahnrad ist sofort zu ersetzen. Lagerschäden – Folge unzureichender Schmierung oder erreichte Ermüdungslebensdauer der Lager. Ölleckagen – verursacht durch gealterte Dichtungen oder Verformung des Gehäuses; die Dichtungen müssen ausgetauscht werden. Auffällige Geräusche und Vibrationen – Hinweis auf unzureichenden Zahneingriff oder zu große Lagerluft.

F: Welche Wartungsintervalle sind für die Getriebe einzuhalten?

A: Alle 2.000 Betriebsstunden sind der Zustand der Zahnflanken (Grübchen, Verschleiß), das Lagerspiel und die Ölqualität zu prüfen. Alle 5.000 Betriebsstunden oder jährlich sind das Getriebeöl zu wechseln sowie Ölsumpf und Magnetölstopfen zu reinigen. Die Dichtungen des Getriebes sind alle 2 Jahre zu erneuern. Eine Generalüberholung des Getriebes (Ersatz der Lager, Prüfung der Zahneingriffsspiele) ist alle 5 Jahre oder nach 20.000 Betriebsstunden durchzuführen.

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