GB/T 15360-2019 Autokrane Norm verstehen

DIN 15018 – Der Autokran-Normenleitfaden: Die Produktnorm regelt Klassifizierung, technische Anforderungen, Prüfverfahren und Prüfregeln für Autokrane, die auf handelsüblichen LKW-Fahrgestellen mit montierter Hebeeinrichtung aufgebaut sind.


Anwendungsbereich und Einordnung der Norm

Die Norm klassifiziert Autokrane nach ihrer Tragfähigkeit in kleine (≤12 t), mittlere (16–50 t), große (55–120 t) und sehr große (≥130 t) Kategorien. Nach der Auslegerkonstruktion wird zwischen Gitterauslegern (geschweißtes Stahlfachwerk, geringes Eigengewicht, nicht teleskopierbar) und Kastenauslegern mit Teleskopfunktion (mehrteilige Kastenquerschnitte, hydraulisch betätigt, am weitesten verbreitet) unterschieden. Zu den wesentlichen Parametern gehören die maximale Nenntragfähigkeit, die Grundauslegerlänge, die Länge des vollständig ausgefahrenen Auslegers, die maximale Hubhöhe, der Arbeitsradius, die Abstützbreite sowie die Fahrzeugabmessungen im Fahrzustand. Kelude bietet begleitende Dienstleistungen für Autokrane gemäß dieser Norm an.


Anforderungen an Strukturbauteile und Hydrauliksystem

DIN 15018 – Autokran-Normeninterpretation

Die Anforderungen an die Hauptstruktur umfassen das Fahrgestell (handelsübliches LKW-Fahrgestell oder spezielles Kranfahrgestell mit verstärktem Fahrgestellrahmen), die Stützbeine (H-Typ, horizontal teleskopierbar und vertikal absenkbar über unabhängige Hydraulikzylinder, mit Verriegelungseinrichtung), die Drehverbindung (Rollen- oder Kreuzrollenlager), die Drehplattform (Aufnahme von Antriebssystem, Hydrauliksteuerventilblock, Hubtrommel und Wippzylinder) sowie den Ausleger (mehrteiliger Kastenquerschnitt, verschleißfeste Gleitlager aus Nylon oder Kupferlegierung, Material Q690D mit Streckgrenze ≥690 MPa). Das hydraulische System wird von Kolben- oder Zahnradpumpen angetrieben; der Arbeitsdruck liegt bei 25–35 MPa. Hydrauliksperrventile und Gegengewichtsventile bieten einen doppelten Schutz.

Tragfähigkeitsklassen
Klein/Mittel/Groß/Sehr groß
Auslegerbauart
Gitter/Teleskop
Hydraulikdruck
25–35 MPa
Fahrgeschwindigkeit
≥70 km/h
Stützbein-Typ
H-Typ, Doppelzylinder
Sicherheitseinrichtungen
Lastmoment-/Endschalter

Prüfverfahren und Sicherheitsanforderungen

Die Stabilitätsprüfung verlangt, dass beim Heben der Nennlast bei maximaler Ausladung der Stützdruck an keinem Stützbein negativ werden darf. Die Nennlastprüfung (100 % SWL) prüft die Funktion aller Bewegungen beim Heben der Nennlast bei verschiedenen Ausladungen. Die statische Belastungsprüfung mit 1,25-facher Nennlast wird bei minimaler Ausladung durchgeführt und über 10 Minuten gehalten. Die dynamische Belastungsprüfung mit 1,1-facher Nennlast erfolgt bei kombinierten Bewegungen. Zu den vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen gehören Lastmomentbegrenzer, Traglastbegrenzer, Ausladungsanzeige, Hubbegrenzer, Schwenkbegrenzung, Wasserwaage und Windmesser. Für die Fahrsicherheit müssen der Ausleger vollständig eingefahren und verriegelt, die Stützbeine eingezogen und gesichert sowie der Haken in der höchsten Position fixiert sein.

Prüfpositionen technische Anforderungen Prüfverfahren Norm Bestimmungen
Stabilität Stützdruck≥0 ungünstigste Richtung Heben §6.1
Nennlast alle Antriebe normal vollständiger Betrieb §6.2
1.25fachstatische Last halten10min ohnebleibende Verformung §6.3
1.1fachdynamische Last Kombinationsbewegung gekoppelter Betrieb §6.4
Fahren Prüfung ≥70km/h Straße100km §6.5
Sicherheitseinrichtung Funktion Alarmschwelle Norm Bestimmungen
Lastmomentbegrenzer Berechnung Drehmoment% 105%Alarm/110%Abschaltung §5.4.1
Traglastbegrenzer Anzeige Last Verhältnis Überlastalarm §5.4.2
Ausladungsanzeige Anzeige Ausladung Echtzeitanzeige §5.4.3
Wasserwaage Fahrgestell Ebenheit >3°Alarm §5.4.4
Hubbegrenzer Verhinderung Hubendschalter automatischer Stopp §5.4.5

Normenvergleich und Anwendungsempfehlungen

Die Norm GB/T 15360-2019 steht inhaltlich in Zusammenhang mit der Krandimensionierungsnorm GB/T 3811 sowie der Norm JB/T 1306 für Elektro-Einträgerkrane, unterscheidet sich jedoch in den Schwerpunkten. Der Autokran vereint die Eigenschaften eines Hebegeräts und eines Straßenfahrzeugs; seine Konstruktionsanforderungen betreffen daher sowohl die Lastaufnahme als auch die Sicherheit im Straßenverkehr. Bei der Auswahl eines Autokrans sollten die Abmessungen im Fahrzustand und die zulässige Gesamtmasse im Hinblick auf die Brückenlastgrenzen der Straßenverkehrsordnung geprüft werden.

In der Praxis empfiehlt es sich, diese Norm zusammen mit der Sicherheitsvorschrift GB/T 6067.3 für Mobilkrane und der Norm GB/T 23723.3 für die sichere Verwendung von Mobilkranen anzuwenden. Regelmäßig durchgeführte Stabilitätsprüfungen und die Verifizierung des Lastmomentbegrenzers sind entscheidend für den sicheren Betrieb. Kelude bietet begleitende Dienstleistungen für Autokrane gemäß der Norm an.


Zugehörige Normen: GB/T 24809.1-2009 – Krane – Rollen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen · GB/T 29086-2012 – Krane – Drahtseile – Befestigung der Seilenden

Häufige Fragen

F: Was ist der Hauptunterschied zwischen einem Autokran und einem Raupenkran?

A: Der Autokran nutzt ein LKW-Fahrgestell mit Gummirad, erreicht auf der Straße hohe Geschwindigkeiten (≥70 km/h) und lässt sich schnell verlagern, benötigt jedoch beim Einsatz abgestützte Stützbeine. Der Raupenkran fährt auf einem Raupenfahrwerk, kann unter Last fahren und bietet eine höhere Tragfähigkeit, ist aber mit ≤5 km/h langsam und muss für den Transport auf einem Tieflader verladen werden. Empfehlung: Bei häufigen Standortwechseln ist der Autokran die bessere Wahl, bei langen Schwertransporten der Raupenkran.

F: Wie funktioniert der Lastmomentbegrenzer eines Autokrans?

A: Der Lastmomentbegrenzer berechnet anhand der Signale der Wägezelle und des Ausladungssensors in Echtzeit das Lastmoment (Moment = Last × Ausladung) und vergleicht es mit dem Nennlastmoment. Ab 90 % ertönt eine gelbe Frühwarnung, ab 105 % ein rotes Alarmsignal mit automatischer Abschaltung der Hebe- und Ausladungsbewegung. Der Anzeigebildschirm zeigt aktuell Ausladung, Last, Drehmoment in Prozent und Auslegerlänge an.

F: Welche Funktion hat das Hydrauliksperrventil und warum ist es bei Autokranen vorgeschrieben?

A: Das Hydrauliksperrventil ist ein beidseitig sperrendes Ventil, das zwischen dem Zulauf und dem Rücklauf des Hydraulikzylinders installiert ist. Im Normalbetrieb ist es geöffnet. Bei einem Bruch der Hydraulikleitung schließt es automatisch und sperrt das Hydrauliköl im Zylinder ein, wodurch verhindert wird, dass die Kolbenstange unter der Last schlagartig einfährt. Ohne dieses Ventil würden bei einem Leitungsbruch die Stützbeine sofort einfahren oder der Ausleger unkontrolliert absinken.

F: Worauf ist bei der Bedienung der Stützbeine eines Autokrans zu achten?

A: Die Stützbeine müssen auf festem, ebenem Untergrund aufgestellt werden (ggf. mit Unterlegbohlen zur Druckverteilung). Nach dem vollständigen Ausfahren aller Stützbeine ist die Ebenheit des Fahrgestells zu prüfen (Neigung in Längs- und Querrichtung ≤1°). Die Stützbeine müssen bis zur Arretierung vollständig ausgefahren sein. Nach Abschluss der Arbeiten werden zuerst die vertikalen, dann die horizontalen Stützbeine eingefahren.

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